Lieber Börsianer,

die Aktie des Chip-Designers AMD kennt kein Halten. Gegenwärtig legt der US-Titel pro Woche im Schnitt knapp 10 % zu – und das in einem eher schwachen Marktumfeld. Ich weiß, dass einige unter Ihnen diese RT-Empfehlung sogar mit einem kleinen Hebel umgesetzt haben. Ich erkenne mit einer kleinen Portion Neid an: Das haben Sie genial gemacht. Dazu meine Glückwünsche!

Kommen wir zum Gesamtmarkt zurück: In dieser Woche legten die wichtigen Indizes nahezu weltweit erfreulich zu. Ganz sauber ist das Gesamtbild allerdings noch nicht. Vor allem in Deutschland schwächelt das verarbeitende Gewerbe, also die für unser Land so wichtige Industrie. So war etwa der Auftragseingang im April deutlich rückläufig. Hier spüren die Unternehmen natürlich die Sorge vor einer weiteren Eskalation des Handelskriegs zwischen Peking und Washington. In diesem Umfeld muss man nicht unbedingt eine neue Maschine deutscher Herkunft erwerben.

Auch die US-Notenbank Fed versprüht derzeit nur wenig Optimismus. Zwar ist man mit dem aktuellen Wachstum der US-Volkswirtschaft nicht unzufrieden. Allerdings befürchtet man ähnlich wie der Privatsektor, dass der Handelskrieg demnächst Bremsspuren in den Gewinnrechnungen der Unternehmen hinterlassen wird. Also prüfen die Notenbanker derzeit eine Senkung des US-Leitzinses, um belastenden Konjunktureffekten zeitig entgegenzuwirken. Stand heute dürfen wir davon ausgehen, dass die Fed auf ihrer turnusmäßigen Sitzung am 30./31. Juli entsprechend handeln wird.

Das ist keine schlechte Nachricht für den Markt. Das markiert den Ausstieg aus einer zuletzt deutlich gestrafften US-Geldpolitik, die den Aktienmarkt in der Vergangenheit durchaus belastet hat. Zur Erinnerung: Seit Anfang 2016 haben die Währungshüter der USA den Leitzins insgesamt 9-mal angehoben. Das war schon deftig.

Isra Vision wächst weiter und plant Übernahmen

Der Disruptor Isra Vision punktet gegenwärtig besonders in China. Dieser asiatische Markt ist für das Darmstädter Unternehmen noch relativ neu und deshalb besonders aussichtsreich. Unter dem Strich meldete der Spezialist für Machine Vision (industrielle Bildverarbeitung) für die ersten 6 Monate des laufenden Geschäftsjahres einen Umsatz in Höhe von knapp 71 Millionen Euro. Das entspricht im Vergleich zum Vorjahreszeitraum einem Zuwachs von 10 %. Das Vorsteuerergebnis wurde sogar um fast 18 % auf knapp 15 Millionen Euro gesteigert.

Unterdessen sickerte durch, dass die Unternehmensführung der Isra Vision an mindestens einer Übernahme arbeitet. So schrieb man etwas kryptisch in einer Pressemitteilung von „rechtlichen Prüfungen, um Akquisitionsrisiken zu vermeiden“. Diese Prüfungen sind nun offenbar abgeschlossen worden. Ich bin nun gespannt, wo das Unternehmen nächstens zufassen wird. Hier halte ich Sie natürlich auf dem laufenden.

Eine Übernahme mag kurzfristig den Kurs der Isra-Aktie belasten. Dennoch halte ich an der langfristigen Kaufempfehlung für die Aktie dieser deutschen Technologie-Perle fest. Ich habe große Erwartungen an die Isra-Aktie.

US-Kartellbehörde reibt sich an dominanter Marktposition von Facebook

Gegenwärtig befasst sich offenbar die Federal Trade Commission, also die US-Kartellbehörde mit Facebook. Das US-Justizministerium wiederum hat Untersuchungen gegen die Google-Sparte von Alphabet eingeleitet. Noch sind keine näheren Details zu diesen Untersuchungen bekannt geworden. Möglicherweise reiben sich die US-Wettbewerbshüter mittlerweile an der dominierenden Marktposition der Internetgrößen.

Auch in der US-Politik ist man teilweise der Meinung, dass die Dominanz der 3 Unternehmen dem Markt inzwischen nicht mehr nur guttut. Dieser Verdacht ist selbstverständlich nicht ganz unplausibel, wenn man etwa die Marktanteile der Google-Suchmaschine oder etwa der Facebook-Plattform betrachtet. Daneben wächst kein Gras mehr.

Die Kartellwächter sind in den USA wirklich kein Papiertiger. Bereits 1911 schlachtete man das Rockefeller-Unternehmen Standard Oil. 1985 nahm man sich das Telekom-Unternehmen AT&T zur Brust und zerlegte es in 7 Regionalgesellschaften. Kurzfristig waren diese Maßnahmen für die Aktionäre dieser Unternehmen natürlich nicht lustig, auch wenn die Nachfolge-Unternehmen bzw. deren Aktien die zwischenzeitlichen Buchverluste wieder ausgeglichen haben.

Eine vollständige und erzwungene Zerschlagung der Unternehmen wäre ein Extremszenario, das ich mir nur sehr schwer vorstellen kann. In jedem Fall würde ein entsprechendes Verfahren auch – inklusive diverser Gerichtsverfahren – viele Jahre in Anspruch nehmen. Also: Wir müssen die weitere Entwicklung als Aktionär von Facebook, Amazon oder Alphabet im Blick haben. Kurzfristig in Panik müssen wir also nicht verfallen. Hierzu werde ich Sie im Rahmen des RENDITE TELEGRAMM selbstverständlich laufend informieren.

Abschließend werfen wir noch einen Blick auf den Facebook-Chart:

Die letzten Nachrichten haben der Facebook-Aktie geschadet. In dieser Woche verlor der US-Titel rund 8 %. Die Aktie wird nun in den kommenden Tagen auf eine Unterstützung – grüne Linie im Chart – bei 160 US-Dollar oder umgerechnet rund 142 Euro zulaufen. Mit ein wenig Rückenwind vom Gesamtmarkt wird die Aktie dann wieder nach oben abdrehen.

Ich stufe die Aktie unverändert als Halteposition ein. Sobald die Korrektur entsprechend des abgebildeten Charts abgeschlossen ist, werde ich den Titel wieder auf Kaufen stellen.

Abschließend bleibt mir noch, Ihnen angenehme Pfingst-Tage zu wünschen. Von mir lesen Sie wieder am kommenden Freitag, den 14. Juni.

Mit Börsianer-Grüßen

Alexander von Parseval

P.S. Die Kursrakete Kratos ist wohl erst einmal ohne uns durchgestartet. Gleichwohl belasse ich die Kauforder zu 18,75 US-Dollar zunächst im Markt. In der bevorstehenden Juni-Hauptausgabe werden wir dann entsprechend neu planen.