Lieber Börsianer,

das Trenddepot startete bärenstark in dieses Börsenjahr. Vor allem Facebook und AMD schossen teilweise durch die Decke. Mittlerweile ist der Aktienmarkt nahezu global in einer Phase der Korrektur eingetreten. In dieser Woche verlor der für uns maßgebliche Technologie-Index NASDAQ 100 rund 3 %, während der DAX sogar fast 4 % einbüßte.

Zwar dürften wir am deutschen Markt inzwischen das Schlimmste überstanden haben. Gleichwohl sehe ich kurzfristig noch kein Ende der Korrektur, da die US-Aktienmärkte immer noch nahe ihrer Allzeithochs notieren. Hier sehe ich weiteren Korrekturbedarf.

Der 4-Jahres-Chart zeigt, dass die Korrektur im S&P 500 bis dato noch moderat ausfällt. Gerechnet auf sein Allzeithoch hat der US-Index bisher kaum 10 % verloren. Das ist nicht ausreichend. Vor dem Hintergrund der derzeit schwierigen Nachrichtenlage (Handelskrieg US-China, Brexit, Regierungskrise Italien etc.) wird der Index im August und September weiterhin weich tendieren. Eine erste Haltelinie sehe ich bei rund 2.600 Punkten. Spätestens bei 2.400 Punkten wird sich der US-Markt nachhaltig stabilisieren. Stand heute erwarte ich, dass wir die Korrektur im Oktober erfolgreich abschließen werden.

Kaufen Sie eine Short-Position auf den S&P 500!

Im Rahmen der aktuellen Marktschwäche verlieren die Trendtitel ebenfalls. Ich bin mit dem Depot derzeit nicht zufrieden. Vor allem zeigt das Trenddepot momentan nur wenig Standfestigkeit und kann sich den schwachen Vorgaben des Gesamtmarktes kaum entziehen. Diese offene Flanke im Depot werden wir jetzt schließen. Wussten Sie eigentlich schon, dass Sie einen Index wie den S&P 500 oder den DAX auch umdrehen können? Was meine ich damit? Sogenannte Short-Indizes verhalten sich exakt spiegelverkehrt zu den Regel-Indizes. Ganz konkret: Wenn der DAX um 1 % fällt, steigt der Short-DAX an diesem Tag um 1 %. Anleger, die solche Indizes kaufen, profitieren also von fallenden Aktienkursen. Damit eignen sich diese Short-Indizes zur Absicherung von bestehenden Depots bzw. bestehenden Aktienpositionen.

Die Funktionsweise dieser Short-Indizes ist also denkbar einfach. Sie verfügen weder über eine feste Laufzeit noch irgendwelche Barrieren, an denen sie wertlos ausgestoppt werden. Andere Faktoren wie Volatilität oder Zinsentwicklung, wie sie z.B. auf Optionsscheine wirken, sind bei diesen Indizes ebenfalls ohne Bedeutung. Hier gilt immer: Fällt der DAX oder S&P 500 an einem Tag um 1 %, steigt die Short-Variante entsprechend.

Eine besondere Schutzwirkung bieten die Indizes immer dann, wenn Sie sie mit einem kleinen Hebel von 2 etwas „aufpeppen“. In diesem Fall gilt dann: Fällt der S&P 500 um 1 %, steigt die zweifach gehebelte Variante um 2 %. Natürlich wirkt dieser Mechanismus auch in die andere Richtung. Sprich, wenn der S&P 500 um 1 % steigt, verliert die gehebelte Variante 2 %.

Ich sichere nun das Trenddepot mit einem zweifach gehebelten Short auf den S&P 500 (WKN: DBX0B6) ab. Sie kaufen diese Position wie eine ganz normale Aktie entweder über Xetra oder im Direkthandel Ihrer Depotbank. Zuletzt kostete ein Anteil rund 1,51 Euro.

Wie gewichten Sie diese Position? Üblicherweise gewichten Sie jede Empfehlung des RENDITE TELEGRAMM mit rund 5 %. Verfahren Sie mit dem gehebelten Short analog, sichern Sie damit rund 10 % Ihrer Aktienpositionen gegen Kursverluste ab. Wünschen Sie eine stärkere Schutzwirkung, erhöhen Sie die Gewichtung entsprechend.

Ein Hinweis: Das geht Ihnen jetzt alles zu schnell, und meine Empfehlung finden Sie diesmal zu knapp? In der nächsten Hauptausgabe (23. August) werde ich das Thema Depotabsicherung für Sie nochmals umfassend aufgreifen. Dann lernen Sie, wie Sie Ihr Depot schnell und wirkungsvoll absichern. Nur so überstehen Sie künftig jede Korrektur.

Analyst: AMD wird im dritten Quartal massiv Marktanteile gewinnen

Der Chip-Designer AMD hat im laufenden Jahr sein Chip-Portfolio umfassend überarbeitet und weiterentwickelt. Einschlägige Fachmedien feiern die Neuentwicklungen aus dem Hause AMD bereits seit Wochen. Gleichwohl hat sich die runderneuerte Produkt-Palette kurzfristig noch nicht nennenswert in neuen Marktanteilen niedergeschlagen, wie der Fachdienst Mercury Research in dieser Woche errechnet hat.

Im zweiten Quartal schaffte das US-Unternehmen im PC-Desktop-Geschäft unverändert einen Marktanteil von 17,1 % wie bereits im Vorquartal. Auf Jahressicht allerdings steigerte AMD in diesem Segment den Marktanteil um knapp 5 %. Geringe Zuwächse schaffte man im Segment Notebook und Server. Hier kommt AMD nun auf einen Marktanteil von 14,1 bzw. 3,4 %.

Der Jahresvergleich zeigt, dass das US-Unternehmen insgesamt auf einem guten Weg ist und dem wichtigsten Konkurrenten Intel permanent Marktanteile abjagt. Mercury Research prognostiziert nun für das zweite Halbjahr 2019 den Gewinn weiterer Marktanteile. Besonders hoffnungsvoll ist man dabei für die neuen ultra-winzigen 7-Nanometer-Chips aus dem Hause der AMD. Diese Bauteile werden sowohl für Desktop-Rechner wie auch Server benötigt.

Der Konkurrenz-Check: AMD ist in der Tat dem Konkurrenten Intel erstmals in seiner Unternehmensgeschichte technologisch enteilt. So hat Intel erst im Mai einen 10-Nanometer-Chip vorgestellt. Die 7 Nanometer wird Intel nach eigenen Aussagen nicht vor 2021 schaffen. Zu Deutsch: AMD liegt derzeit technologisch betrachtet fast 2 Jahre vor Intel. In der schnellen Chip-Branche sind das fast schon Lichtjahre.

Ich bin mir sicher: Wenn die Menschheit in diesem Jahr den ersten hyper-intelligenten ANN-Chip schafft, wird der von AMD sein. Schade ist, dass die starke Perspektive der AMD zuletzt von den Investoren nicht wirklich gewürdigt wurde. Uns fehlt zurzeit einfach der Rückenwind vom Gesamtmarkt. Gleichwohl halte ich an der Chip-Aktie unverändert fest.

Baidu wird ausgestoppt – Eine erhöhte Cashquote ist durchaus sinnvoll

In dieser Woche (13. August) wurde die Aktie der Baidu bei 84,36 Euro auf Tradegate ausgestoppt. Das ist bedauerlich, zumal ich die Aktie erst kürzlich für das Trenddepot angeschafft hatte. Insgesamt müssen wir in dieser Position einen Verlust von rund 16 % verkraften. Trotzdem war diese Maßnahme im gegenwärtigen Marktumfeld alternativlos.

Ich rate Ihnen, vorübergehend eine prozentual zweistellige Cashquote zu halten. Kombinieren Sie diese Cashquote noch mit dem zuvor empfohlenen Short auf den S&P 500. Dann werden Sie die laufende Korrektur ohne irreparable Schäden überstehen und starten dann Ende des Jahres von einem besseren Depotniveau in die nächste Haussephase. Generell gilt: Wer die Phasen des Abschwungs im Depot abmildern kann, ist langfristig erheblich erfolgreicher als diejenigen Investoren, die regelmäßig mit vollen Segeln – also hoher Aktienquote – in den Sturm fahren.

Mit Börsianer-Grüßen und besten Wünschen für Ihr Wochenende

Alexander von Parseval