Lieber Börsianer,

ich bin positiv überrascht. Die wichtigen Aktienmärkte haben sich bisher im normalerweise eher undankbaren Börsenmonat September sehr robust präsentiert. In dieser Woche rückte der DAX erneut etwas über 2 % voran, während der EuroStoxx 50 rund 1,5 % zulegte. Hilfreich wirkte hier die Senkung des sogenannten Strafzinses für die Geschäftsbanken der Euro-Zone. Die EZB senkte den Zins für die Einlagefazilität von -0,4 auf -0,5 % ab. Gleichzeitig werden die Währungshüter das Anleihenkaufprogramm mit Wirkung zum 1. November wiederaufnehmen und Staats- und Unternehmensanleihen aus der Euro-Zone im Wert von bis zu 20 Milliarden Euro pro Monat kaufen.

Der Kapitalmarkt bleibt also weiterhin bestens mit billiger Liquidität versorgt. Die Maßnahmen der EZB waren im Grundsatz erwartet worden und wirkten sich deshalb nicht mehr auf den Euro aus. Tatsächlich legte die Gemeinschaftswährung etwa gegen den US-Dollar sogar um 0,7 % zu. Auf Jahressicht freilich hat der Euro bis jetzt 5 % gegen den US-Dollar eingebüßt. Das ist natürlich vor allem für die europäischen Exporteure eine ziemlich positive Nachricht.

Unterdessen haben die Statistiker gemeldet, dass die Erstanträge auf Arbeitslosenversicherung in den USA unerwartet stark zurückgegangen sind. Auch hier bin ich positiv überrascht. Offenbar wirkten sich die zuletzt verhängten Sonderzölle im Rahmen des chinesisch-amerikanischen Handelskrieges bis dato noch nicht negativ auf die US-Konjunktur aus.


Halten Sie zunächst an der Absicherung auf den S&P 500 fest

So ganz traue ich der neuen Harmonie am Aktienmarkt allerdings noch nicht. Die Investoren handeln gegenwärtig reichlich Hoffnung, z.B. auf eine nachhaltige Entspannung im Handelskrieg. Ferner hofft man, dass die US-Notenbank in der kommenden Woche – ähnlich wie in dieser Woche die EZB – nochmals die Zügel der Geldpolitik lockert. Dieser Optimismus birgt kurzfristig Enttäuschungspotenzial.

Daher werde ich mich noch nicht von dem xTrackers S&P 500 2x Inverse trennen. Gegenwärtig halten wir 6 Aktienpositionen und nur eine Position zur Absicherung. Mit anderen Worten: Wir profitieren ungeachtet der Short-Position vom freundlichen Marktumfeld, auch wenn wir zurzeit noch nicht im Vollgasmodus unterwegs sind.

Momentan plane ich, die xTrackers-Absicherung noch bis Ende September zu halten. Dann sehen wir klarer, ob sich Washington und Peking tatsächlich annähern. Ferner dürfte sich dann auch die Situation in London (Brexit) übersichtlicher gestalten. Ein Neu- und Nachkauf der Position ist zurzeit allerdings nicht sinnvoll.


Übernahmegerüchte um Isra Vision – Aktie legt weiter zu

Mittlerweile hat sich die Aktie der Isra Vision im Trenddepot noch vor Facebook zum neuen Top-Performer entwickelt. Allein in dieser Woche legte die Tech-Aktie erneut rund 6 % zu.

Auf Monatssicht steht sogar ein Kursplus von über 20 % zu Buche. Was sind die Hintergründe dieses starken Kursanstiegs binnen weniger Wochen?

Der Erfolg der Isra Vision ist stark mit dem Namen Enis Ersü verbunden. Der Deutschtürke gründete das Unternehmen und führte es im Jahr 2000 erfolgreich an die Börse. Mittlerweile zählt der Mann 66 Jahre und wollte sich bereits 2017 aus dem operativen Geschäft zurückziehen. Offenbar findet Ersü allerdings keinen geeigneten Nachfolger. In dieser Situation kommen am Markt unweigerlich Übernahmegerüchte auf, zumal viele große Unternehmen sich gerne im innovativen Mittelstand bedienen, wenn dort die Chefs abtreten.

Harren wir also zunächst der Dinge! Kurzfristig profitieren wir natürlich nochmals erheblich, sofern sich die Gerüchte konkretisieren. Schließlich wird ein Übernehmer – vorsichtig kalkuliert – mindestens 20 % Aufschlag auf den aktuellen Kurs von rund 40 Euro berappen müssen. Für den deutschen Standort freilich wäre es sicherlich kein Nachteil, wenn sich das Unternehmen auch künftig frei und selbstständig entwickeln kann. So zeigt das Beispiel KUKA, dass viele mittelständische Unternehmen nach einer Übernahme technologisch stagnieren.

Wir halten an der Aktie selbstverständlich zunächst fest. Ein Kauf ist hingegen kurzfristig nach der Kursrally erst einmal nicht mehr ratsam.


Das lesen Sie in der bevorstehenden Hauptausgabe

Gold glänzt wieder! Die Edelmetalle haben offensichtlich eine mehrjährige Durststrecke beendet. Vor allem die erneute Lockerung der Geldpolitik etwa in den USA oder in der Euro-Zone haben die Edelmetalle für viele Investoren wieder attraktiv gemacht. In der bevorstehenden September-Hauptausgabe des RENDITE TELEGRAMM erfahren Sie, wie Sie sofort optimal von der neuen Gold-Hausse profitieren werden. Daneben stelle ich Ihnen meinen neuen Favoriten aus dem Silicon Valley vor. Lange war dieser Highflyer zu teuer. Zuletzt nahmen hier allerdings einige Investoren Gewinne mit und drückten damit den Kurs. Das ist unsere Chance!

Die Hauptausgabe schicke ich Ihnen wie üblich bereits vorab per E-Mail am nächsten Freitag (20. September) zu. Die Druckausgabe folgt dann spätestens am 23. September per Post.



Mit Börsianer-Grüßen und besten Wünschen für Ihr Wochenende

Alexander von Parseval