Lieber Börsianer,

auch in dieser Woche tendierte die Mehrheit der internationalen Aktienmärkte freundlich. Der Technologie-Index NASDAQ 100 rückte bis gestern auf Wochensicht ein gutes Prozent vor, während der DAX sogar ein Plus von fast 2 % schaffte. Erfreulich ist zudem, dass sich die Aufwärtsbewegung in großer Breite vollzieht. Selbst die Auto-Aktien ziehen mittlerweile wieder und trugen besonders in dieser Woche zur freundlichen DAX-Tendenz bei.

Daimler etwa kam nach überraschend starken Quartalszahlen fast 8 % voran, während VW rund 4 % Zuwachs schaffte. Zuvor meldete bereits Tesla überraschend einen kleinen Quartalsgewinn von 143 Millionen US-Dollar. Außerdem schreitet die Errichtung der neuen Produktionsstätte in Shanghai (Giga Factory) schneller voran als ursprünglich geplant. Die Investoren freuten sich und fassten bei Tesla massiv zu (+14 %).

Möglicherweise bahnt sich für die Autowerte weltweit eine fundamentale Trendwende an, nachdem diese Aktien teils jahrelang hinter dem Gesamtmarkt zurückgeblieben waren. Hierzu werden Sie nächstens im RENDITE TELEGRAMM mehr lesen.

Generell bereiten uns derzeit die meisten Unternehmen Freude. So legten jüngst neben den zuvor genannten Tesla und Daimler auch Microsoft, PayPal oder etwa Intel starkes Zahlenwerk aus dem abgelaufenen Quartal vor.

Lediglich Amazon enttäuschte und meldete einen spürbaren Gewinnrückgang in Höhe von 28 %. Ursächlich für die Gewinnschwäche ist das neue Logistikprogramm des US-Unternehmens. Künftig wird Amazon Bestellungen taggleich ausliefern, um den Komfort und Service für die Kundschaft nochmals zu verbessern. Dieser neue Service hat allerdings seinen Preis. Allein im bevorstehenden Weihnachtsgeschäft wird Amazon für die Auslieferung 1,5 Milliarden US-Dollar aufwenden müssen und damit fast doppelt so viel wie im vergleichbaren Vorjahresquartal. Fazit: Zunächst müssen sich Amazon-Aktionäre mit kleineren Gewinnmargen begnügen.


Das Trenddepot: Wir schalten einen Gang hoch

In dieser Woche habe ich die Aktie der Rockwell Automation gemäß meiner Empfehlung zu 166,64 US-Dollar eingebucht. Das alleine reicht mir allerdings noch nicht. Wir nutzen nun die starke Marktverfassung und schalten kurzfristig einen Gang höher. Was ist zu tun?

Erstens: Ich veräußere nun den Short auf den S&P 500 (xTrackers S&P 500 2x Inverse). Kurzfristig ist eine Absicherung des Trenddepots nicht mehr erforderlich. Unter dem Strich müssen wir hier einen Verlust von 6,5 % hinnehmen. Im Rahmen des Gesamtdepots wurde dieser Verlust allerdings mehr als nur ausgeglichen. Auch künftig werde ich im Bedarfsfall zur vorübergehenden Absicherung des Depots auf dieses Instrument zurückgreifen.

Zweitens: Erinnern Sie sich noch an Kratos Defense? Ich hatte die Aktie des US-Weltraum- und Satellitentechnikers in der Mai-Ausgabe zum Kauf empfehlen. Leider hatte ich damals zu knapp limitiert, sodass ich den Titel nicht in das Trenddepot aufnehmen konnte. Hier starten wir jetzt einen zweiten Anlauf, nachdem sich die Aktie zuletzt spürbar verbilligt hat.

So kaufen Sie: Ordern Sie die Aktie am besten direkt in New York mit einem Kauflimit von 19,55 US-Dollar. Ein erstes Kursziel sehe ich auf Höhe des letzten Hochs der Aktie bei etwa 24 US-Dollar. Die Kratos-Aktie sehe ich als Disruptor für die höchste Risikostufe des Trenddepots vor. Gewichten Sie die Aktie beim Kauf mit maximal 5 % vom Volumen Ihres Depots!

Hier holen Sie sich nochmals mit einm Click die Empfehlung der Kratos-Aktie auf den Bildschirm!


Deutsche Post: Montagspost steht auf der Kippe – Aktie ganz stark

Die FDP regt in Berlin eine Reformierung des Postgesetzes an und wird dazu einen entsprechenden Antrag im Bundestag einbringen. Das Gesetzeswerk ist derweil etwas angestaubt und trägt den technologischen Entwicklungen der letzten Jahre keine Rechnung. So sorgte etwa die Digitalisierung der Kommunikation (E-Mail) für einen deutlichen Rückgang des Postaufkommens. Mittlerweile stehen zudem Unternehmen für 87 % des physischen Postaufkommens.

Nun verschicken allerdings Unternehmen Briefe oder Werbesendungen in der Regel unter der Woche, also spätestens am Freitag. Das führt in der Praxis dazu, dass montags das auszuliefernde Postaufkommen sehr gering ist. Deshalb ist dieser Tag für die Deutsche Post undankbar und relativ teuer. Genau deshalb soll es dem Unternehmen künftig freigestellt werden, ob man Briefe und andere Postsendungen auch am Montag ausliefert. Bislang schreibt das Postgesetz eine tägliche Auslieferung an jedem Werktag vor.

Sollte künftig die Montagszustellung entfallen, würde die Post also erhebliche Kosten einsparen, ohne dass damit ein Umsatzrückgang einherginge. Der Antrag der FDP wird allerdings im Bundestag auf Widerstände stoßen. So haben sich Politiker der SPD, der Grünen, der Linken und auch der AfD zunächst ablehnend geäußert. Im CDU-geführten Wirtschaftsministerium scheint man allerdings durchaus aufgeschlossen zu sein für diese Idee. Dort arbeitet man angeblich an einer groß angelegten Novelle des Postgesetzes, die möglicherweise noch in diesem Jahr im Bundestag verabschiedet werden kann.

Die Investoren hoffen nun darauf, dass sich der Post-Konzern von der defizitären Montagspost befreien kann. In der Folge legte die Post-Aktie in dieser Woche spürbar zu und markierte ein neues Jahreshoch. Vergleichen Sie hierzu bitte auch den folgenden Chart!

Die Aktie greift nun einen oberen Widerstand bei rund 32 Euro (rote Linie) an. Sollte diese Marke fallen, wird die Aktie rasch auf Kurse um 35 Euro zulaufen. Diese Kursbewegung sollten wir mit etwas Rückenwind vom Gesamtmarkt noch vor Weihnachten sehen.

Ich rate weiterhin uneingeschränkt zum Kauf der Post-Aktie.

Hinweis in eigener Sache: Die Redaktion nimmt sich einen Tag frei

Bitte beachten Sie, dass das Update des RENDITE TELEGRAMM am kommenden Freitag, den 1. November ausnahmsweise entfallen wird. Wir nehmen uns einen Tag frei. Sollte es in diesem Zeitraum zu starken Kursschwankungen oder anderen unerwünschten Ereignisse kommen, werde ich mich umgehend bei Ihnen melden und Sie per Eilmeldung mit den wichtigsten Informationen und geeigneten Handlungsempfehlungen versorgen. Regulär lesen Sie von mir dann wieder am Freitag, den 8. November.



Mit Börsianer-Grüßen und besten Wünschen für Ihr Wochenende

Alexander von Parseval