Lieber Börsianer,

nun wissen wir endlich, wie teuer eine staatliche Verwaltung tatsächlich ist. Künftig werden die US-Behörden ihr Büromaterial und andere laufend benötigte Waren im Internet bestellen. Auftragsvolumen: rund 50 Milliarden US-Dollar pro Jahr. Zum Vergleich: Amazon erzielte im vergangenen Quartal in Nordamerika einen Umsatz in Höhe von 42 Milliarden US-Dollar. Mit anderen Worten: Die US-Regierung wird keine Peanuts verteilen.

So sitzen nun schon die Vertriebler von Amazon, Walmart und eBay in Washington und bearbeiten die zuständigen Mitarbeiter der GSA (General Services Administration). Diese Behörde koordiniert das Beschaffungswesen der US-Bundesbehörden und vergibt pro Jahr Aufträge im Volumen von 66 Milliarden US-Dollar.

Vor diesem Hintergrund entwickelte sich die Amazon-Aktie in dieser Woche besonders erfreulich (+5,3 %) und zog gleich die ganze Tech-Branche mit in die Höhe. Unter dem Strich verteuerte sich der NASDAQ 100 um 2 %. Der deutsche Aktienmarkt war weniger inspiriert und verteuerte sich gemessen am DAX lediglich um 0,5 %.

Leider konnte das Trenddepot diesmal von den günstigen US-Vorgaben nicht profitieren. Vor allem die Aktie der Isra Vision musste einen scharfen Rücksetzer hinnehmen und sackte wieder unter die Marke von 40 Euro ab. Dazu später mehr.

Gleichzeitig verbilligte sich die Kratos-Aktie um rund 7 %. Nachrichten, die den Kursrückgang erklären, liegen bisher nicht vor. Ich vermute daher, dass es sich um eine eher zufällige Kursbewegung ohne fundamentale Basis handelt. Erfreulich entwickelten sich hingegen die Facebook-Aktie sowie das Vontobel-Zertifikat auf Künstliche Intelligenz. Beide Positionen rückten mit dem Trend jeweils 2 % vor.


9-Monatszahlen: Encavis überzeugt auf ganzer Linie

Der Spezialist für industrielle Bilderkennung (Machine Vision) wird im laufenden Quartal nur ein moderates Umsatzwachstum im niedrigen einstelligen Bereich schaffen, wie das Unternehmen in dieser Woche in einer Pflichtmitteilung meldete. Ursächlich für das unerwartet schwache Umsatzwachstum ist die Verschiebung einiger Großaufträge. Offenbar hat mindestens ein Industriekunde aus China um eine spätere Ausführung des Auftrags gebeten. Damit spürt Isra Vision nun die Spätfolgen des us-chinesischen Handelskonflikts.

Gleichwohl sind die Umsätze für das Unternehmen nicht verloren, sondern werden nun voraussichtlich im nächsten Halbjahr realisiert werden. Insgesamt hält Isra an seiner Langfristplanung fest und erwartet für das kommende Geschäftsjahr eine Rückkehr zu prozentual zweistelligen Wachstumsraten.

Unterdessen bezifferte der wichtige US-Branchenverband AIA (Automated Imaging Association) das aktuelle Marktvolumen für Anwendungen der Machine Vision auf 9 Milliarden US-Dollar. Man erwartet, dass dieses Volumen bis 2023 um 30 % auf 12 Milliarden US-Dollar wachsen wird. Diese Schätzung halte ich für sehr glaubwürdig und konservativ. Denn üblicherweise neigen Lobbyverbände wie der AIA nicht dazu, die Perspektive der eigenen Branche zu übertreiben.

Nach Veröffentlichung der Pflichtmitteilung geriet die Aktie zu Wochenbeginn unter erheblichen Verkaufsdruck und sackte zeitweise um 20 % ab. Derzeit steht immer noch ein Wochenverlust von rund 11 % zu Buche.

Vor allem für die Neuleser im RENDITE TELEGRAMM, die bisher in dieser Aktie noch nicht investiert sind, kommt dieser Rücksetzer fast wie bestellt. Ich stufe daher die Aktie wieder auf Kaufen herauf. Nutzen Sie nun das vergünstigte Einstiegsniveau und fassen Sie hier zu Kursen bis 40 Euro (Kauflimit) zu. Abschließend finden Sie noch eine kurze Chartanalyse der Isra-Aktie.


Ein-Jahreschart: Die Aktie startete ziemlich pünktlich zum Jahresende eine veritable Erholungsbewegung, die sich im Verlauf der letzten Monate zu einem mittelfristigen Aufwärtstrend ausgewachsen hat. Zuletzt entfernte sich der Titel von diesem Basistrend nach oben. Der jüngste Kursrücksetzer hat diese Übertreibung nun korrigiert. Damit ist der Titel wieder ein Kauf.


Korrektur: Kennnummer des Amundi Global AI ETF war falsch

Wie Sie wissen, spielen wir das Trendthema Künstliche Intelligenz mittels eines Vontobel-Zertifikats, das Sie regelmäßig in der Ansicht des Trenddepots finden. Leider bieten nicht alle Depotbanken ihren Kunden dieses Zertifikat zum Kauf an. Für diese Kundengruppe empfehle ich als Alternative den thematisch identischen Amundi Global AI ETF. Zuletzt habe ich diesen Fonds in der November-Hauptausgabe auf Seite 7 kurz erwähnt. Dabei habe ich die Wertpapierkennnummer (WKN) unzutreffend angegeben. Die korrekte WKN dieses Fonds lautet: A2JSC9.

Ein aufmerksamer Leser aus Ihren Reihen hat mich freundlicherweise auf meinen Fehler aufmerksam gemacht. Ihm gilt mein Dank.



Mit Börsianer-Grüßen und besten Wünschen für Ihr Wochenende

Alexander von Parseval