Lieber Börsianer,

derzeit nehmen die wichtigen internationalen Aktienmärkte eine kleine Verschnaufpause. So notieren sowohl der DAX als auch der NASDAQ 100 etwas über 1 % leichter als in der Vorwoche. Belastend wirkte dabei, dass das Handelsabkommen der Phase 1 zwischen Peking und Washington immer noch nicht in trockenen Tüchern ist. Zur Info: Wird dieses Abkommen bis zum 15. Dezember nicht unter Dach und Fach gebracht, drohen den Chinesen weitere Sonderzölle auf Exporte im Wert von 156 Milliarden US-Dollar. Somit wäre dann praktisch der gesamte Export Chinas in die USA von Sonderzöllen erfasst.

Diese Nachricht klingt dramatischer als sie tatsächlich ist. Es mag sein, dass sich beide Seiten noch nicht bis zum 15. Dezember einigen werden. Gleichwohl erwarte ich nicht, dass Donald Trump die angekündigten neue Sonderzölle tatsächlich in Kraft setzen wird. Schließlich will der Mann am 3. November 2020 als Präsident wieder gewählt werden. Er hat also größtes Interesse daran, den Handelskonflikt in den kommenden Wochen nachhaltig zu entspannen. Selbstverständlich wird Trump alle Maßnahmen vermeiden, die die US-Konjunktur in irgendeiner Weise beschädigen könnten.

Mein Kurzfrist-Prognose: Ich erwarte, dass wir auch den Börsenmonat Dezember mit angenehmen Zuwächsen beschließen werden. Immer noch sitzen viele Investoren auf bedeutender Liquidität, die sie bei jedem Rücksetzer sofort in den Aktienmarkt geben.


Isra Vision startet Erholungsrally – IS-Investor deckt sich erneut ein

In dieser Woche entwickelte sich besonders die Isra-Aktie positiv. Unter dem Strich verteuerte sich der Titel um knapp 5 % und startet damit – nach einem harten Rücksetzer im November – eine Erholungsrally.

Heute wurde bekannt, dass sich der US-Investor Peter Zaldivar Ende November erneut mit Isra-Aktien eingedeckt hatte. Der Mann nutzte den jüngsten Kursrücksetzer, um seinen Anteil am Unternehmen von 3,4 auf etwas über 5 % auszubauen. Zaldivar kommandiert den Hedgefonds Kabouter International Opportunities und gilt als Spezialist für eher kleinere und unbekanntere Unternehmen, die nicht so im Fokus der Analysten stehen. Ein Kauf eines Profi-Investors findet regelmäßig Beachtung an der Börse und zieht oftmals Anschlusskäufe anderer Investoren nach sich.

Ich bestätige meine Kaufempfehlung für die Aktie der Isra Vision. Das Kauflimit entnehmen Sie wie üblich der Depotansicht, das Sie am Ende dieses Dokumentes finden.


Neuer Meilenstein für Encavis: Amazon wird Kunde

Encavis verlässt zunehmend das Segment der subventionierten Stromproduktion. Erst im September meldete der norddeutsche Stromproduzent einen langfristigen Abnahmevertrag mit einem internationalen Energieunternehmen. Neu dabei: Dieser Vertrag ist rein privatwirtschaftlicher Natur und sieht keine staatlichen Subventionen mehr vor. Die entsprechende Solaranlage entsteht dabei nahe der spanischen Kleinstadt Talayuela in der Provinz Cáceres.

Nun wird Encavis ein weiteres Solarkraftwerk bei Sevilla installieren und den dort erzeugten Strom fast ausschließlich an das US-Unternehmen Amazon liefern. Auch diesem Projekt liegt ein rein privatwirtschaftlicher Vertrag – inclusive langfristiger Abnahmevereinbarung – ohne jede staatliche Subventionierung zu Grunde.

Die Hintergründe: Amazon baut in Spanien derzeit einen neuen gigantischen Server für die AWS-Cloud auf. Diese Serverzentren sind furchtbare Stromschlucker. Deshalb werden sie normalerweise gleich gemeinsam mit einer eigenen Stromproduktion geplant und gebaut. Wichtig für die US-Unternehmen wie eben Amazon, Microsoft oder auch Alphabet ist dabei, dass die Stromproduktion klima-neutral erfolgt. Folglich stechen bei diesen Aufträgen alternative Stromproduzenten wie Encavis oder auch NextEra in den USA ihre konventionellen Konkurrenten regelmäßig aus.

Außerdem: Es ist kein Zufall, dass Encavis derzeit massiv in Spanien investiert. Dort sind die klimatischen Bedingungen für die solare Stromproduktion ungleich günstiger als etwa in Mitteleuropa. Ferner ist der Grund und Boden in Spanien jenseits der Metropolen vergleichsweise günstig und bietet sich damit für den Überbau mit Solarzellen an.

Mir gefällt diese Nachricht. Für die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens ist es nämlich von großer Bedeutung, dass man auch außerhalb der diversen europäischen Subventionsregime erfolgreich wirtschaftet. Encavis ist hier auf gutem Weg. Wir bleiben also weiterhin voll investiert (Halten). Beachten Sie bitte auch den folgenden Chartkommentar!

Chartkommentar: Hier hat es „geschnackelt“. Anfang des Jahres brach die Aktie den vorangegangenen Abwärtstrend, den ich hier rot eingezeichnet habe. Seitdem legt der im Kern konservative Titel dynamisch zu. Sicherlich vergeben die Investoren derzeit einige Vorschusslorbeeren. Aber so ist Börse! Entweder steigen die Aktien gar nicht oder zu stark. Bei rund 9 Euro liegt das Allzeithoch der Aktie. Fällt diese Marke, wird dies unweigerlich Anschlusskäufe technisch orientierter Anleger auslösen.


Sentiment für Kratos weiter schwach – Beachten Sie das SL-Limit!

Die Aktie der Kratos neigt unverändert zur Schwäche, ohne dass irgendwelche Nachrichten aus dem Unternehmen vorliegen. Offensichtlich bringen die Investoren der Aktie derzeit ein gewisses und eher diffuses Misstrauen entgegen. Hier brauchen wir jetzt belastbare, möglichst starke Nachrichten aus dem Unternehmen, die das Blatt nachhaltig wenden.

Bitte beachten Sie, dass ich diese Aktie durch ein aktives SL-Limit (16,45 US-Dollar) abgesichert habe. Aufgrund der ungünstigen Kursentwicklung der letzten Tage stufe ich die Kratos-Aktie zunächst von Kaufen ab Halten herab.


Mit Börsianer-Grüßen und beste wünsche für den zweiten Advent

Alexander von Parseval