Lieber Börsianer,

Sie haben die freie Zeit zwischen den Jahren konstruktiv genutzt. So haben sich viele Leser dieses Börsendienstes mit Anregungen und konstruktiver Kritik zu meiner Arbeit an mich gewandt. Ich gebe zu, ich habe Ihre Einlassungen sehr gerne gelesen. Es gab reichlich Lob für das RENDITE TELEGRAMM. Das motiviert mich natürlich, für Sie auch weiterhin hart zu arbeiten und zu recherchieren.

Einige bemängelten allerdings, dass die Hauptausgabe immer erst freitags erscheint. Dieser späte Termin führte gelegentlich dazu, dass Sie die Empfehlungen erst am folgenden Montag erledigen konnten. Das ist in der Tat nicht optimal.

Intern habe ich nun einige Arbeitsabläufe verbessert und werde Ihnen deshalb bereits ab der kommenden Woche die Hauptausgabe des RENDITE TELEGRAMM immer schon am Dienstag per E-Mail zu schicken. Sie lesen also die nächste Hauptausgabe bereits am kommenden Dienstag, den 21. Januar. Die Wocheninformationen gehen Ihnen wie bisher jeweils freitags zu. Dieser Termin hat sich bewährt. An der Erscheinungsweise der Druckausgabe wird sich nichts ändern. Durch den vorgezogenen Erscheinungstermin der E-Mail-Hauptausgabe handeln Sie künftig die Strategie noch besser und zeitnäher nach.


Neue Märkte für uns – Edelmetalle sind 2020 aussichtsreich

Ferner habe ich mich entschieden, diesen Börsendienst thematisch etwas abzurunden. So erwarte ich für das laufende Jahr weiter steigende Notierungen im Edelmetallmarkt. Heute jagt übrigens Palladium prozentual zweistellig durch die Decke. Von solchen Gewinnen werden wir künftig ebenfalls profitieren.

Generell bin ich für Gold und Silber langfristig optimistisch. So zeigt der folgende Chart, dass etwa Gold im vergangenen Jahr eine langjährige Seitwärtskorrektur (blaue Linien) erfolgreich beendet hat und nun wieder haussiert

Verwässere ich damit nicht das Profil des RENDITE TELEGRAMM? Nein! Auch künftig werden wir schwerpunktmäßig in Trendmärkte und Technologie investieren. Eine gelegentliche Beimischung ausgesuchter Edelmetall-Investments wird Ihr Depot – wie gesagt – abrunden und verbreitern. Ich bin überzeugt, dass wird sich für uns langfristig auszahlen.


DAX in Erwartung neuer Rekordstände etwas schüchtern

In dieser Börsenwoche rückten die meisten wichtigen Aktien-Indizes erneut erfreulich voran. In den USA markierten sowohl NASDAQ 100 und S&P 500 neue Rekordstände. Die US-Indizes kamen auf Wochensicht jeweils rund 1,7 % voran.

Hilfreich waren hier vor allem starke Quartalszahlen diverser großer US-Banken. Morgan Stanley, JP Morgan oder etwa BlackRock übertrafen die Analystenerwartungen teils deutlich. Noch ist es früh, jetzt schon auf einen starken Verlauf der noch jungen Berichtsaison zu schließen. Tatsache ist allerdings: Wenn Banken gut verdienen, kann es der Konjunktur nicht so schlecht gehen. Fazit: Der Start in die Berichtsaison ist gelungen. Wir haben allen Anlass für Optimismus.

Der DAX hingegen zog in dieser Woche nicht so richtig, Insgesamt kamen die deutschen Standardaktien nur unwesentlich voran und verharren weiterhin unter dem bisherigen Rekordstand von 13.589 Punkten (Januar 2018). Weniger schüchtern präsentierte sich dagegen der MDAX für die mittelschweren Unternehmen des deutschen Kurszettels. Der Index schaffte heute ganz frisch ein neues Allzeithoch.


VW: Der Sturm geht jetzt erst los

In dieser Woche hat VW-Chef Herbert Diess die Topmanager aus dem Konzern in Berlin versammelt. Dabei soll es laut geworden sein. Diess schwor seine Mannschaft in eindringlichen Worten auf einen Radikalumbau des Autobauers ein. Die Zeit der klassischen Automobilhersteller sei vorüber, so das Redemanuskript des österreichischen Auto-Managers. Warnend erinnerte Diess an das Schicksal des ehemaligen Marktführers Nokia, der sich auf seiner breiten Modellpalette ausgeruht hatte und dabei den Trend zum Smartphone verschlafen hatte. Schließlich wurden die Finnen von Apple und Samsung aus dem Markt geschoben.

Vor dem Hintergrund der Digitalisierung möchte Diess VW in den kommenden Jahren zum „digitalen Tech-Konzern“ umbauen, der die Standards im Trendmarkt vernetztes und autonomes Fahren setzen wird. Daneben forciert der Österreicher das Thema Elektro-Mobilität.

Schon nächste Woche wird der VW-Mann seinen Worten Taten folgen lassen. So wird VW sich an dem chinesischen Lithium-Batteriehersteller Guoxuan für rund 510 Millionen Euro beteiligen. Mit dieser strategischen Beteiligung wird der deutsche Autobauer Logistik und Versorgung mit E-Batterien auf dem chinesischen Markt langfristig absichern. Insgesamt plant VW, bis 2025 rund 1,5 Millionen E-Autos im Reich der Mitte abzusetzen.

Derzeit sind die Wolfsburger von solchen Stückzahlen im Segment der E-Mobilität noch weit entfernt. So setzte man im vergangenen Jahr weltweit lediglich 140.000 E-Autos ab. Aber die Stromer boomen mächtig in Wolfsburg. So steigerte man den Absatz im Vergleich zum Vorjahr im Segment E-Mobilität um 80 %. Ich prognostiziere jetzt schon, dass VW in diesem Segment im laufenden Jahr sogar noch stärker wachsen wird. Denn dann rollt mit dem ID.3 der sog. Tesla-Killer im Werk Zwickau vom Band. Damit bringt VW erstmals ein E-Auto auf den Markt, das das Potenzial zum Verkaufsschlager hat.

Ich habe Vertrauen in die neue Strategie des Herrn Diess. Keine Frage, der Mann geht ein hohes Risiko ein. Schließlich setzt VW ziemlich einseitig auf die E-Mobilität. Die Forschung und Entwicklung im Bereich Wasserstoff und synthetische Kraftstoffe hat man stattdessen weitgehend aufgegeben. BMW und Daimler verfahren hier vorsichtiger und tanzen derweil noch auf mehreren Hochzeiten. Ich glaube aber, die VW-Strategie der klaren technologischen Fokussierung ist besser. BMW und Daimler hingegen verzetteln sich und werden am Ende keine der neuen Antriebsverfahren anständig beherrschen.

VW bleibt damit mein Favorit aus der Autobranche. Ich rate hier unverändert zu Kursen bis 185 Euro zum Kauf, sofern Sie bislang noch nicht engagiert sind.


Encavis-Aktie weiter unter Strom – 43 % Performance in knapp 5 Monaten

Auch in dieser Woche überzeugte die Aktie des alternativen Stromproduzenten Encavis auf ganzer Linie. Auf Wochensicht rückte der Titel um fast 8 % voran. Dabei erreichten uns keine wirklich neuen Nachrichten aus dem Unternehmen.

Encavis vermeldete lediglich, dass in dieser Woche die Bauarbeiten an dem Solarkraftwerk Talayuela in Spanien fristgenau begonnen haben. Hier errichtet Encavis gemeinsam mit dem englischen Solarpark-Betreiber Solarcentury eines der größten Kraftwerke dieser Art in Europa. Auf einer Fläche von 822 Hektar werden dort in den kommenden Monaten knapp eine Millionen Solarmodule installiert. Insgesamt kostet das Talayuela-Projekt rund 225 Millionen Euro. Als Finanzierer tritt sowohl die Deutsche Bank als auch die Europäische Investitionsbank EIB auf.

Die Aktie hat uns mittlerweile einen Buchgewinn von über 40 % beschert, und das innerhalb von nur 5 Monaten. Dabei profitiert die Aktie von der anhaltenden Klimadiskussion. Erst zuletzt hatte die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen den sog. Grünen Deal angekündigt. Danach will die EU in den kommenden Jahren 1 Billionen Euro für den Umbau der Wirtschaft zur Klimaneutralität aufwenden. Sie dürfen getrost davon ausgehen, dass ein erheblicher Anteil dieser Mittel bei Unternehmen wie Encavis landen wird.

Kurzfristig ist die Encavis-Aktie ohne Zweifel überkauft, sodass ich nächstens mit einem spürbaren Rücksetzer rechne. Diesen Dämpfer werden wir dann aussitzen. Bei dieser Aktie haben wir alles richtig gemacht: Die Branche stimmt. Der Einstiegskurs war gut. Nächstens sacken wir dann auch noch die erste Dividende ein.

Ich rate Ihnen deshalb, an dieser Aktie langfristig festzuhalten. Die Neuleser unter Ihnen fassen dann beim nächsten Rücksetzer zu. Hier werde ich Sie dann sofort informieren und den Titel wieder auf Kaufen stellen.


Mit Börsianer-Grüßen und besten Wünschen für Ihr Wochenende

Alexander von Parseval