Lieber Börsianer,

in den vergangenen zwei Wochen ist die Arbeitslosigkeit in den USA schier explodiert. Rund 10 Millionen Amerikaner haben in diesem Zeitraum einen Erstantrag auf Arbeitslosenhilfe gestellt. Das entspricht ungefähr 6 % der sozialversicherungspflichtig Beschäftigen. Damit ist die Arbeitslosenrate binnen kürzester Zeit von Vollbeschäftigung auf knapp 10 % gestiegen. Diese Zahlen sind monströs. Analysten sprechen zu Recht von einer „tektonischen Verschiebung“.

Unterdessen erwarten die Konjunkturschätzer, dass die deutsche Wirtschaftsleistung im laufenden Jahr um 6 % schrumpfen wird, im hart vom Virus heimgesuchten Italien wird sie voraussichtlich sogar um 9 % zurückgehen.

Nachrichten dieser „Qualität“ werden uns in den kommenden Wochen noch zahlreich erreichen. Trotzdem signalisieren alle langfristigen Stimmungsindikatoren, dass wir uns seit einigen Tagen in einem Kaufmarkt befinden. Die Aussage dieser Indikatoren ist einfach: Schlimmer wird´s nimmer. Das bedeutet nicht zwingend, dass der Aktienmarkt nun wieder steil in die Höhe schießt. Möglicherweise sehen wir sogar nochmals ein mittelschweres Nachbeben. Diese denkbare Korrekturbewegung ändert allerdings am Gesamtbild nichts mehr. Der Corona-Schock ist nun ganz weitgehend in den niedrigen Kursnotierungen eingepreist.

Folglich werden wir ab heute wieder in den Markt gehen und kaufen. Dabei werden wir nicht auf einen Schlag kaufen, sondern allmählich verteilt über mehrere Wochen einsteigen, sodass sich denkbare Zwischenrücksetzer nicht nennenswert auf das Trenddepot auswirken werden. Lesen Sie nun im Folgenden meine Empfehlungen.


VW gibt in China wieder Gas – Kaufen Sie jetzt zum halben Buchwert nach

Der Autobauer VW hat in China mittlerweile 22 seiner 24 Werke wieder angefahren. Auch 95 % der VW-Händler haben im Reich der Mitte ihre Verkaufsräume wieder geöffnet. Angeblich liegt dort die Kundenfrequenz bei 60 % des Vorkrisenniveaus. Insgesamt erwarten die Analysten, dass in China im Monat März rund 1 Million Fahrzeuge verkauft worden sind. Zum Vergleich: Im Krisenmonat Februar, als die Pandemie noch grassierte, setzten die Händler aller Autobauer lediglich rund 250.000 Einheiten ab.

Bei der Nutzfahrzeuge-Tochter Traton bessert sich das Bild ebenfalls sichtlich auf. Die Zahl der Stornierungen hält sich in Grenzen, so Traton-Chef Andreas Rentschler. Mittlerweile hat die VW-Tochter auch schon wieder frischen Auftragseingang etwa für Nutzfahrzeuge der Marke Scania gemeldet. Kurzfristig kann Traton diese Bestellungen allerdings nicht abarbeiten, da in den entsprechenden Werken die Produktion noch weitgehend ruht.

Düster ist freilich das Bild in den USA. Dort brach der Autoabsatz im März um über 40 % ein. Per saldo musste VW einen Absatzrückgang im ersten Quartal von 13 % hinnehmen. Audi meldete einen Rückgang in Höhe von 14 %. Ich erwarte, dass die Autobauer in den USA im April die Talsohle beim Absatz durchschreiten werden, da die Pandemie dort erst in den vergangenen Tagen richtig Dynamik aufgenommen hat.

Stocken Sie Ihre Bestandsposition VW Vorzüge nun um 50 % auf und verbilligen Sie dadurch Ihren Einstandskurs um ein Drittel. Bezahlen Sie pro Aktie allerdings nicht mehr als 100 Euro (Kauflimit). Derzeit notiert die Aktie nur bei rund 50 % ihres Buchwertes. Zur Info: Der Buchwert bezeichnet vereinfacht gesprochen den niedrigst denkbaren Preis einer Aktie. Billiger werden Sie die Autoaktie vielleicht nie mehr erwerben können. Selbstverständlich richtet sich diese Empfehlung auch an Neuleser, die bisher in der Aktie noch nicht investiert sind. Für Sie wird der Kauf nun besonders lukrativ.


Deutsche Post freut sich über Paketaufkommen wie im Weihnachtsgeschäft

Die Post-Tochter DHL verbucht seit der Schließung des Einzelhandels in Europa einen massiven Anstieg der Paketsendungen. Verbraucher und Einzelhandel werden quasi durch den Virus auf die Online-Schiene gezwungen. Mittlerweile hat das Paketaufkommen ein Volumen erreicht, wie es ansonsten nur in der Vorweihnachtszeit üblich ist. Zu Recht ist das Unternehmen stolz darauf, dass es bei der Auslieferung derzeit nicht zu nennenswerten Verzögerungen kommt.

Ganz offensichtlich profitiert die Deutsche Post teilweise von der Ausnahmesituation und kann im boomende Paketgeschäft Umsatzrückgänge aus dem internationalen Frachtgeschäft teilweise ausgleichen.

Diese Aktie ist in dieser Marktsituation genau richtig für Ihr Depot. Halten Sie an der Post-Aktie zunächst fest. Zur Info: Die Hauptversammlung des Unternehmens ist Stand heute für den 13. Mai angesetzt. Sollte dieser Termin Bestand haben, fließt Ihnen anschließend die Dividende in Höhe von 1,25 Euro je Aktie zu.


Recordati: Pharma-Aktien in diesen Zeiten gefragt


Der italienische Pharmaspezialist Recordati verfügt zwar nicht über ein Präparat, dass gegen den Virus unmittelbar helfen könnte. Gleichwohl sind solche Gesundheitsaktien in diesen Zeiten natürlich bei den Investoren geschätzt. Zuletzt erwiesen sich Pharmaaktien gemeinsam mit Titeln aus der Lebensmittelbranche als ziemlich krisenfest. Recordati macht dabei keine Ausnahme. Nur Mitte März wackelte die Aktie einmal, holte den Rücksetzer allerdings wieder rasch auf. Betrachten Sie hierzu bitte auch den beigefügten Chart.

Wir halten an der Pharmaaktie unverändert fest. Einen Nachkauf plane ich nicht, da die Aktie kaum günstiger als vor der Krise ist.


Wal-Mart startet mit Gewinnen in das Trenddepot

Der US-Einzelhändler Wal-Mart hat nun seine Maßnahmen im Kampf gegen den Coronavirus abgeschlossen. So wird nun bei jedem Mitarbeiter vor Dienstantritt die Körpertemperatur gemessen. Ferner haben die Angestellten Zugriff auf Atemmasken und Handschuhe, sofern sie einen solchen Schutz wünschen. Zudem wird die Haltestange jedes Einkaufswagens nach der Nutzung desinfiziert. Die Unternehmensführung räumt ein, dass die verschiedenen Maßnahmen die Abläufe in den Filialen verzögerten. So wird in einigen Niederlassungen auch die Anzahl der Kunden pro Quadratmeter begrenzt. Auf der anderen Seite schaffen diese Maßnahmen sowohl bei den Konsumenten wie bei den Mitarbeitern Vertrauen.

Bereits in der letzten Woche startete die Walmart-Aktie zu 103,10 Euro in das Trenddepot. Inzwischen steht hier für Sie ein kleiner Gewinn zu Buche. Die Aktie wird auch in den kommenden Wochen aufgrund der Pandemie in den USA gefragt sein.

Deshalb rate ich bei der US-Aktie unverändert zum Kauf, sofern Sie noch nicht investiert sind. Ich hebe das Kauflimit für die Aktie von 103,10 auf 106,00 Euro an.


Mit Börsianer-Grüßen

Alexander von Parseval