Lieber Börsianer,

jeder unter Ihnen wird das deutsche Traditionsunternehmen Linde kennen. Das Unternehmen ist nach der Fusion mit dem US-Unternehmen Praxair (2018) unangefochtener Marktführer bei Industriegasen. Daneben baut man Industrieanlagen für diverse Unternehmenskunden etwa aus der Pharmabranche oder der Petrochemie. Das Unternehmen ist seit Jahrzehnten erfolgreich und erhöht auch regelmäßig für seine Aktionäre die Dividende. Gute deutsche Qualität eben!

Trotzdem versteht der Markt diese Aktie gerade in den aktuellen Zeiten falsch und unterschätzt das enorme Kurspotenzial, das hier unter der Oberfläche schlummert. Dabei verkennen die Investoren drei einfache und eigentlich ganz offensichtliche Tatsachen.

Erstens: Wie Sie wissen, wird gegenwärtig hochverdichteter medizinsicher Sauerstoff in rauen Mengen an unzähligen Krankenbetten in dieser Welt verpumpt. Ähnlich wie bei Atemmasken und anderer medizinischer Schutzausrüstung kommt es hier gegenwärtig zu Lieferengpässen und Preissteigerungen. Denn die Krankenhäuser horten derzeit den medizinischen Sauerstoff, da man kaum abschätzen kann, wie viele Menschen noch beamtet werden müssen.

Wer ist Marktführer in diesem Segment? Richtig, Linde Healthcare. Wussten Sie das?

Zweitens: Die Investoren sind derzeit fixiert auf Ballard Power, NEL oder etwa PowerCell. Das sind alles enorm zukunftsträchtige Wasserstoff-Aktien. Der Schlüsselspieler in diesem Markt ist ein anderer, nämlich Linde. Das Unternehmen arbeitet schon seit über 100 Jahren mit diesem Industriegas. Man stellt das Gas her und liefert es aus. Außerdem produziert und installiert man die entsprechende Infrastruktur wie Anlagen zur Wasserstoffgewinnung, Speichersysteme und nicht zuletzt auch Tankstellen.

Es gibt derzeit nur ein Unternehmen in dieser Welt, das in der Lage ist, die benötigte Infrastruktur weltweit und in großer Stückzahl auszubauen. Dieses Unternehmen heißt Linde.

Drittens: Eingangs bezeichnete ich Linde als deutsches Traditionsunternehmen. Das ist sachlich ungenau. Tatsächlich gilt Linde nach der Fusion mit Praxair als ein deutsch-amerikanisches Unternehmen. Folglich ist das Unternehmen sowohl im DAX als auch im S&P 500 notiert. Sie verstehen die Relevanz? Ich hole schnell aus: In den USA stammt mittlerweile über die Hälfte der Aktiennachfrage aus den milliardenschweren ETF-Fonds. In Europa kommt rund ein Drittel der Nachfrage aus diesen Fonds. Das bedeutet in der Praxis: Unternehmen, die in zwei wichtigen nationalen Aktienindizes notieren, werden – vereinfacht gesprochen – doppelt nachgefragt. In diesem Fall eben aus den DAX- und aus den S&P-500-Fonds. Solche Doppelmitgliedschaften sind extrem selten.

In der Korrektur ist diese Konstellation natürlich ungünstig, da solche Aktien dann aus zwei Seiten unter Verkaufsdruck geraten. Aber nun wendet sich das Blatt, und die Doppelmitgliedschaft verschafft der Linde-Aktie ein erhöhtes Kurspotenzial verglichen mit anderen nur einfach indexierten Aktien.

Ich kaufe die Aktie der Linde PLC (ISIN: IE00BZ12WP82) zu Kursen bis 170 Euro (Kauflimit) für das Trenddepot. Ich werde die Aktie in die Unterrubrik Trendsetter einbuchen (mittleres Risiko). Sie handeln die Aktie entweder über Tradegate, Xetra oder New York. Ich empfehle Ihnen, die Aktie mit ungefähr 5 % in Ihrem Depot zu gewichten.

Beachten Sie bitte: Die ausführliche Besprechung der Aktie werde ich am 21. April in der dann anstehenden Hauptausgabe liefern. Diese Kaufempfehlung gilt allerdings schon jetzt. Üblicherweise finden Sie meine Erstempfehlungen immer in den monatlichen Hauptausgaben. Aufgrund der chancenreichen Marktsituation bin ich kurzfristig von dieser Regel abgerückt, damit Sie jetzt sofort von der Aktie profitieren.


Trenddepot: KI-Zertifikat und Dividenden-Aristokraten ebenfalls kaufenswert

Ich stufe das Vontobel-Zertifikat auf den AI-Index (Künstliche Intelligenz) nun wieder auf Kaufen herauf. Die Unternehmen dieses Index-Zertifikates dürften aufgrund ihrer hochgradig digitalisierten Geschäftsmodelle die Coronakrise vergleichsweise gut überstehen. Software- oder Internetunternehmen mussten und müssen ihre Mitarbeiter nicht in Kurzarbeit schicken, sondern nur in die Heimarbeit. Deshalb sind diese Unternehmen auch in der aktuellen Situation aktiv und voll handlungsfähig.

Kaufen Sie das Vontobel-Zertifikat auf Xetra ohne Limit, sofern Sie bislang in diesem wichtigen Basisinvestment für die Technologiebranchen noch nicht investiert sind.

Ferner rate ich wieder zum Kauf des SPDR Dividend Aristocrats ETF. Ich erwarte, dass einige Unternehmen diesen Index mittelfristig wieder verlassen müssen, da sie ihre Dividenden aufgrund der Ausnahmesituation in diesem Jahr nicht steigern können. Zur Info: Dieses Index-ETF umfasst ausschließlich US-Unternehmen, die ihre Ausschüttungen jährlich anheben. Andernfalls müssen sie den Index verlassen. Übrigens: Die zuvor empfohlene Linde-Aktie ist ebenfalls Bestandteil dieses ETFs.

Durch den Abgang einiger Indexmitglieder wird der ETF insgesamt etwas straffer und konzentrierter. Dieser Fokus kann sich langfristig durchaus in einer besseren Performance niederschlagen.

Auch hier kaufen Sie ohne Limit etwa über Xetra, sofern Sie bislang in diesem Dividenden-ETF noch nicht investiert sind.

Ich wünsche Ihnen trotz unserer eingeschränkten Mobilität angenehme Feiertage. Von mir lesen Sie planmäßig wieder am nächsten Freitag (17. April).

Mit Börsianer-Grüßen

Alexander von Parseval