Lieber Börsianer,

man spürt, die Investoren haben wieder Blut geleckt und drängen mit Macht in den Markt zurück. So rückte der NASDAQ 100 bislang auf Wochensicht über 6 % vor. Der DAX gönnt sich in dieser Woche zwar eine kleine Verschnaufpause. Gleichwohl stehen auch hier die Ampeln kurzfristig auf grün.

Was waren die Kurstreiber? Es verdichten sich die Anzeichen, dass der Wirkstoff Remdesevir des US-Biotechunternehmens Gilead einen wesentlichen Beitrag zur Bekämpfung des Coronavirus leisten kann und wird. So hat die Universitätsklinik Chicago zuletzt 125 Covid-Patienten mit dem Wirkstoff behandelt. Dabei sprachen die meisten Patienten sehr positiv auf Remdesevir an, sodass sie nach rund einer Woche wieder aus dem Krankenhaus entlassen werden konnten. Am Markt hofft man nun, dass man den Virus früher besiegen kann als bisher erwartet.

Unterdessen hat das Weiße Haus einen Drei-Stufenplan zur Wiedereröffnung der US-Wirtschaft entwickelt. Danach sollen ausgesuchte US-Bundesstaaten noch in diesem Monat wieder angefahren werden. Verfassungsrechtlich ist die Zentrale in Washington für eine Lockerung der Quarantäne-Maßnahmen in den Bundesstaaten zwar gar nicht zuständig. Gleichwohl erwarte ich, dass die derzeit zögerlichen Gouverneure der Bundesstaaten sehr bald auf den Kurs des US-Präsidenten einschwenken werden. Nachdem die Arbeitslosigkeit in den USA zuletzt schier explodiert ist, steht die Politik dort unter großem Druck.


Encavis hält virtuelle Hauptversammlunc ab und erhöht Dividende

Zuletzt hat der deutsche Gesetzgeber den Weg freigemacht für die sog. virtuellen Hauptversammlungen. Damit ist die physische Präsenz der Aktionäre für die ordnungsgemäße Abhaltung einer Hauptversammlung nicht mehr zwingend erforderlich.

Als eines der ersten deutschen Unternehmen greift nun Encavis auf diese neue Möglichkeit zurück und wird deshalb die Aktionärsversammlung wie geplant am 13. Mai abhalten. Zur Info: Die ordnungsgemäße Abhaltung der Hauptversammlung ist in Deutschland, aber auch in Österreich oder der Schweiz eine wichtige Voraussetzung für die anschließende Auszahlung der Dividende.

Dabei wird der Betreiber von Wind- und Sonnenkraftanlagen die Dividende leicht von 0,24 auf 0,26 Euro je Aktie aufstocken. Die Unternehmensführung plant bis 2021 die Dividende auf 0,30 Euro je Aktie anzuheben. In der Folge zog die Encavis-Aktie wieder einmal mächtig an und verteuerte sich auf Wochensicht um über 8 %. Unter dem Strich hat der Nebenwert die Corona-Korrektur völlig unbeschadet überstanden. Tatsächlich notiert die Aktie derzeit nur wenige Euro-Cent unter ihrem letzten Rekordhoch von 11,68 Euro. Zwar setzte die Aktie im März scharf zurück. Diesen Rücksetzer holte der Titel allerdings wieder rasch auf. Vergleichen Sie hierzu bitte auch den Chart!

Beachten Sie bitte: Encavis wird uns Mitte Mai eine sog. Wahldividende anbieten. Danach können wir frei wählen, ob wir die Dividende konventionell in bar oder in Form neuer Aktien beziehen möchten. Viele Investoren schätzen solche Dividendenprogramme, weil sie damit die Position ohne eigene Mittel weiter aufstocken können. Hier werde ich Sie beizeiten noch konkret informieren.

Die Dividendenjäger sind bekanntlich zuletzt nicht auf ihre Kosten gekommen, da die Unternehmen in der Regel ihre Hauptversammlungen verschoben haben. Beispiel Deutsche Post: Hier müssen wir wohl noch einige Wochen auf die Dividende warten. Das Unternehmen nannte bisher noch keinen neuen Termin für die ursprünglich für Mitte Mai angesetzte Hauptversammlung.

Encavis ist hier eine wohltuende Ausnahme und sorgt dafür, dass Sie Ihr Geld fristgerecht erhalten werden. Dieses Beispiel darf Schule machen. Ich rate Ihnen, weiterhin an der starken Aktie festzuhalten.

Linde startet ins Trenddepot – Wasserstoffmarkt jetzt wichtig

Zuletzt habe ich die Aktie der Linde gemäß meiner Eilempfehlung vom 9. April zum Kurs von 168,90 Euro in das Trenddepot aufgenommen. Unterdessen hat das US-Researchhaus Bernstein die Aktie in dieser Woche von Verkaufen auf Halten aufgestuft. Insgesamt ist die Analystenzunft vorsichtig optimistisch für die Linde-Aktie. Auf Sicht von 12 Monaten prognostiziert man im Durchschnitt ein Kursziel von 195 Euro.

Ich bin weit optimistischer und traue der Aktie mittelfristig Kurse deutlich über 200 Euro zu. Wichtig für die Perspektive des deutsch-amerikanischen Unternehmens sind dabei natürlich weiterhin positive Nachrichten und Signale vom Wasserstoffmarkt. Hier verfügt Linde über große Expertise und viel Potenzial, dass das Unternehmen in der Vergangenheit noch gar nicht vollständig abgerufen hat.

Ich bestätige meine Kaufempfehlung für den zukunftsträchtigen Qualitätstitel. Ein Kauflimit ist nicht erforderlich. Kaufen Sie billigst entweder über Xetra oder Tradegate! In der bevorstehenden April-Hauptausgabe (21. April) werde ich die Aktie für Sie nochmals umfassend besprechen.

VW fährt Produktion wieder an – Nachkauf der Aktie verringert Einstandskurs

In der vergangenen Woche hatte ich versäumt, den Nachkauf der VW-Aktie zu melden. Ich habe die Bestandsposition um 50 % (Kaufkurs: 100 Euro) aufgestockt. Dadurch ermäßigte sich der Einstandskurs von 176,90 auf 151,27 Euro. Nachkäufe ausgebombter Aktien sind generell ein probates Mittel, um ein geschundenes Depot wieder auf Vordermann zu bringen. Voraussetzung ist natürlich, dass Sie von der entsprechenden Aktie – ungeachtet des Rücksetzers – langfristig überzeugt sind. Beachten Sie bitte, dass ich Depotpositionen, die ich in zwei Tranchen erworben habe, in der Depotansicht mit einem Sternchen kennzeichne.

Ich empfehle die Aktie unverändert zum Nachkauf, sofern Sie hier bisher noch nicht aktiv geworden sind. Lassen Sie dabei nicht zu viel Zeit ins Land streichen! Derzeit gehört die Aktie zu den DAX-Titeln, die am stärksten aufholen. Fundamental betrachtet ist die VW-Aktie gleichwohl immer noch eklatant unterbewertet.

Zudem wurde gestern bekannt, dass der Autobauer bereits am kommenden Montag die Werke in Zwickau und Bratislava wieder anfahren wird. Es wird dann Schlag auf Schlag gehen. So werden noch im April die übrigen deutsche Standorte sowie die Werke in Spanien, Portugal und den USA hochfahren. Im Mai werden dann die Belegschaften in Brasilien und Mexiko an die Bänder zurückgerufen.

Sammeln Sie hier Stücke auf Xetra oder Tradegate zu Kursen bis 125 Euro (Kauflimit) ein!

Mit Börsianer-Grüßen

Alexander von Parseval