Lieber Leser,

über 22 Millionen Arbeitsplätze hat das Virus in den USA vernichtet. In wenigen Wochen zog die Arbeitslosenrate im März und April über die Marke von 14 %. Nun wird im Land der unbegrenzten Möglichkeiten offensichtlich wieder in die Hände gespuckt. So schufen die Unternehmen im abgelaufenen Juni 4,8 Millionen neue Arbeitsplätze. Bereits im Mai holten die US-Unternehmen rund 2,7 Millionen Menschen wieder in die Büros und die Produktionshallen zurück. Per saldo sank damit die Arbeitslosenquote von 14 auf 11 %.

Natürlich ist dieser Wert im Vergleich zur Vollbeschäftigung vom Jahresanfang immer noch sehr schlecht. Gleichwohl ist die Dynamik der US-Wirtschaft der vergangenen beiden Monaten beeindruckend.

Die starken US-Daten schoben die Aktienmärkte weltweit spürbar ins Plus. Der DAX etwa verteuerte sich auf Wochensicht um über 4 % und nimmt nun wieder Kurs auf die Marke von 13.000 Punkten. Die Wachstumsaktien des NASDAQ 100 kamen im Durchschnitt bislang um 5 % voran.

Das Trenddepot profitierte spürbar von dem starken Rückenwind. Hier überzeugte vor allem Linde und Encavis, die beide jeweils über 6 % vorrückten. Daneben glänzte auch erstmals unsere jüngste Neuanschaffung CyberArk. Die Aktie verteuerte sich auf Wochensicht um fast 6 %. Lediglich Recordati war müde und verlor unwesentlich. Auf Monatssicht gehört die Italien-Aktie mit einem Zuwachs von über 10 % gleichwohl zu den ganz starken Titeln des Trenddepots. Lesen Sie nun die wichtigen Meldungen aus den Unternehmen im Detail.


Encavis: Investoren warten auf spanische Monster-Anlage von Talayuela

Der Stromerzeuger Encavis wird 4 Windräder des Windparks Viertkamp bei Stade (Niedersachsen) übernehmen, die bereits seit dem vergangenen Jahr am Netz sind. Insgesamt haben die Windturbinen eine Kapazität von 14,4 Megawatt und werden bis 2039 nach den Maßgaben des Erneuerbare-Energien-Gesetzes betrieben. Konkret: Encavis profitiert hier von der garantierten Einspeisung. Die Windanlage wird sofort positiv zum Jahresergebnis des Unternehmens beitragen.

Im Vergleich zur spanischen Anlage Talayuela (Extremadura) ist die Produktion der Anlage Viertkamp ziemlich klein. In der zentralspanischen Region wird Encavis im November eine der größten europäischen Photovoltaik-Anlagen in Betrieb nehmen. Nach Angaben des Unternehmens befindet sich der Bau dort im Plan. Knapp ein Drittel der Arbeiten sollen bereits erledigt sein. Talayuela wird auf eine Kapazität von 300 Megawatt kommen. Das entspricht fast der Leistung eines kleinen Kernkraftwerks.

Insgesamt errichtet Encavis derzeit in Spanien Photovoltaik-Anlagen mit einer Kapazität von 500 Megawatt. Damit wird das südeuropäische Land für den Stromerzeuger künftig noch knapp vor Deutschland zum wichtigsten Produktionsstandort aufsteigen. Noch wichtiger: Durch den massiven Ausbau der Produktion stößt das Unternehmen in den kommenden Monaten gemessen am Produktionsvolumen sowie am Umsatz in neue Dimensionen vor. Per saldo bedeuten die spanischen Anlagen für Encavis einen Kapazitätszuwachs in Höhe von fast 25 %.

Diese Perspektive hat die Encavis-Aktie in den vergangenen Monaten erheblich angetrieben. Wir bleiben unverändert investiert (Halten). Beachten Sie bitte, dass ich inzwischen die neuen Aktien aus der letzten Dividendenrunde in das Trenddepot eingebucht habe.

Linde blickt mit Spannung auf die Nikola Corp.

Möglicherweise haben Sie der Medienberichterstattung entnommen, dass der Lkw-Bauer Nikola Corp. vor rund 4 Wochen in New York einen spektakulären Börsengang gefeiert hat. Das US-Unternehmen wird wahrscheinlich noch in diesem Jahr in den USA die ersten schweren Wasserstoff-Lkw vom Band rollen lassen. Bis 2023 will das junge US-Unternehmen bis zu 50.000 Einheiten produzieren. Investoren sehen in dem jungen Unternehmen die neue, vielleicht sogar bessere Tesla.

Nikola wäre damit, so die eingangs angedeuteten Pläne funktionieren, der erste Lkw-Bauer der Wasserstoff-Fahrzeuge in großer Stückzahl und in Serienproduktion auf die Straßen bringt. Genau auf einen solchen Marktteilnehmer wartet Linde bekanntlich schon seit Jahren. Schließlich ist Linde gemeinsam mit den Franzosen von Air Liquide Marktführer in der Produktion, Speicherung und Verteilung von Wasserstoff. Lediglich diese beide Unternehmen sind in der Lage, die benötigte Infrastruktur sowie den Treibstoff für größere Wasserstoff-Flotten zur Verfügung zu stellen.

Folglich beobachten die Techniker der Linde gegenwärtig die neue Entwicklung auf dem US-Markt für Lkw und Pkw mit großem Interesse. Dabei verfügt Linde nach der Fusion mit dem US-Gasespezialist Praxair naturgemäß über bestens ausgebaute Produktionskapazitäten in den USA.

Ich bestätige meine Kaufempfehlung für die Aktie der Linde. Fassen Sie hier zu Kursen bis 200 Euro auf Xetra oder Tradegate zu, sofern Sie noch nicht investiert sind. Anleger aus der Schweiz oder aus Österreich kaufen in New York, sofern Ihnen ein deutscher Börsenplatz keinen Kostenvorteil bietet.

Kurzer Hinweis für die Leser der Premium-Chancen: Die Aktie der Nikola werde ich Ihnen schon bald mit allen Chancen und Risiken vorstellen. Möglicherweise erleben wir derzeit den Marktauftritt eines ganz spektakulären Unternehmens. Daneben werde ich die Thematik Wasserstoff auch immer wieder in Börse am Mittag behandeln.


Mit freundlichen Grüßen und besten Wünschen für Ihr Wochenende

Alexander von Parseval