Lieber Leser,

gedanklich bin ich bereits bei der bevorstehenden August-Hauptausgabe, die ich Ihnen am kommenden Dienstag (21. Juli) per Mail zuschicken werde. Diesmal werfe ich einen Blick auf das politische Washington. Bekanntlich wählen die Amerikaner Anfang November ihren Präsidenten. Und die Chancen stehen nicht schlecht, dass der demokratische Kandidat Joe Biden den Sieg davontragen wird. Bekanntlich sind Veränderung und neue Impulse das Salz in der Börsensuppe. Ich werde Ihnen erklären, welche Branchen und Unternehmen von einem Machtwechsel in Washington profitieren werden und wie wir unser Depot entsprechend anpassen.

Lesen Sie im Folgenden die wichtigsten Nachrichten aus „unseren“ Unternehmen bzw. dem Trenddepot.


Linde-Aktie markiert frisches Allzeithoch

Die Aktien des Industriegase-Spezialisten Linde markieren heute ein frisches Allzeithoch. Inzwischen stehen hier für Sie rund 25 % Gewinn zu Buche. Zuletzt übertraf die Aktie spürbar den DAX sowie den S&P 500. Zur Info: Seit der Fusion mit dem US-Unternehmen Praxair gilt Linde als deutsch-amerikanisches Unternehmen, verfügt deshalb über ein sog. Doppel-Listing und ist damit Mitglied sowohl im DAX wie auch S&P 500. Das ist sehr selten und verschafft der Aktie in starken Marktphasen zusätzliche Nachfrage.

Chartkommentar: Wie bereits angedeutet zieht die Aktie seit dem Corona-Tief vom vergangenen März mächtig an. Dabei hat sie sich von ihrem kurzfristigen Aufwärtstrend, den ich hier grün eingezeichnet habe, deutlich entfernt. Damit gilt die Aktie als überkauft und wird in den kommenden Wochen auf die Trendlinie zurücklaufen. Am generellen Aufwärtstrend der Aktie wird dies allerdings nichts ändern.


Zur Entwicklung im Unternehmen: Linde wird künftig mit dem chinesischen Versorger China Power bei der Entwicklung der Wasserstoff-Technologie in China kooperieren, wie ich gestern aus einer Pressemitteilung des Unternehmens entnommen habe. Dabei haben die Partner besonders die 2022 in China stattfindenden Olympischen Winterspiele im Blick. Offenbar werden die Chinesen die Mobilität und Logistik für dieses Sportereignis mittels wasserstoff-angetriebener Fahrzeuge erledigen. Zu Deutsch: Da werden auf dem Gelände des Olympiadorfes kleine elektrisch angetriebene Fahrzeuge herumfahren und Lebensmittel transportieren bzw. die Athleten an die Wettkampfstätten verbringen. Das ist für das Milliarden-Unternehmen Linde nicht der ganz bahnbrechende Neuauftrag. Allerdings wird man von großer internationaler Aufmerksamkeit profitieren und sich im Rahmen der Winterspiele als führender Wasserstoff-Dienstleister präsentieren können.

Noch spannender ist derweil die Entwicklung in den USA. Dort werden sehr wahrscheinlich im kommenden Jahr die ersten Wasserstoff-Lkws in größerer Stückzahl und aus Serienproduktion über die Straßen rollen. Damit wird die Wasserstoff-Technologie aus dem Projektstadium in den Massenmarkt eintreten. Was meine ich damit konkret?

Ich übertreibe etwas: Bisher haben die Unternehmen der Branche einen Wasserstoff-Zug in Skandinavien auf die Schiene gestellt, irgend ein Wasserstoff-Schiffchen im Hafen von Rotterdam in Dienst gestellt und einen Kipper für eine Goldmine in Südafrika gebaut. Im Kern haben die Unternehmen der Branche wie etwa Ballard Power bislang vorwiegend Einmalaufträge und Projektarbeit erledigt. An diesen Einmalprojekten hat man die Technologie weiterentwickelt, aber natürlich noch kein Geld verdient.

Das wird sich allerdings im kommenden Jahr grundlegend ändern, wenn ein US-Unternehmen namens Nikola als erster (kleiner) Serienproduzent für schwere Wasserstoff-Lkws in den US-Markt treten wird. Übrigens: Dieses Thema der Neuen Automobilität spiele ich ab jetzt in den Premium-Chancen. Kommen Sie jetzt dazu, wenn Sie Blut geleckt haben und das Thema Neue Automobilität vertiefen möchten!

Zurück zu Linde: Das deutsch-amerikanische Unternehmen verfügt derzeit über die weltgrößten Produktionskapazitäten für Wasserstoff. Außerdem beherrscht Linde die Logistik und die Verteilung des Treibstoffs. Ferner erwarte ich, dass Linde in den kommenden Monaten in den USA wesentlich damit beauftragt wird, die notwendige Tankstellen-Infrastruktur aufzubauen bzw. bestehende Tankstellen entsprechend aufzurüsten.

Meine Empfehlung: Kurzfristig lassen Sie bitte den Orderfinger von der Aktie. Meine Chartanalyse zeigt, dass Linde kurzfristig zu teuer ist. Nach der überfälligen Korrektur werde ich die Aktie wieder zum Kauf stellen.


Deutsche Post geht mit 23 % Plus aus dem Trenddepot

Entsprechend meiner Verkaufsempfehlung vom 10. Juli habe ich nun die Aktie der Deutschen Post veräußert und entsprechend aus dem Trenddepot ausgebucht. Insgesamt haben Sie hier einen anständigen Kursgewinn von 23 % realisiert. Weitere Veränderungen oder Neueinstufungen im Musterdepot habe ich zunächst noch nicht vorgenommen. Sie finden weitere Informationen und Handlungsempfehlungen in der anstehenden August-Hauptausgabe des RENDITE TELEGRAMM.



Mit freundlichen Grüßen und besten Wünschen für Ihr Wochenende

Alexander von Parseval