Lieber Börsianer,

in dieser Woche kommen die internationalen Aktienmärkte in großer Breite voran. Dabei erleben wir erste Anzeichen einer Branchenrotation, also eine Umorientierung der Investoren. So schnitten erstmals seit Langem klassische Substanzaktien besser ab als die Wachstumswerte des NASDAQ 100. Der Technologie-Index hat sich bislang um 2,6 % verteuert, während der marktbreite S&P 500 um 3,2 % vorankommt. Der ETF auf die Dividendenaristokraten, den wir im Trenddepot halten, gewinnt bislang auf Wochensicht sogar fast 5 % hinzu.

Was sind derzeit die Schubfaktoren für den Markt? Die Investoren rechnen in den USA mit einem neuen billionenschweren Hilfsprogramm zur Ankurbelung der Konjunktur. Beide politischen Parteien signalisierten zuletzt Kompromissbereitschaft, damit das Programm zeitnah verabschiedet werden kann. Danach soll jeder Privathaushalt in den USA eine Einmalzahlung in Höhe von 1.200 USD (Konsumcheck) erhalten. Das Konjunkturpaket dürfte am Ende rund 2 Billionen USD schwer sein.

Daneben will man der gebeutelten Luftfahrtindustrie sowie kleinen und mittleren Unternehmen verschiedener Branchen unter die Arme greifen. Insgesamt kommen die Maßnahmen bevorzugt traditionellen Industrieunternehmen der Old Economy zugute. Deshalb präsentierten sich die Aktien dieser Unternehmen in dieser Woche besonders robust.


Rockwell verlängert Kooperation mit Microsoft – Rockwell-Aktie gefragt

Der Spezialist für Automatisierung und Industrie 4.0, Rockwell Automation, kooperiert bereits seit Jahrzehnten mit Microsoft. Beide Unternehmen brauchen sich auch in den aktuellen Zeiten mehr denn je. Rockwell ebnet Microsoft den Weg zu großen Industriekunden, Rockwell wiederum nutzt zum Vertrieb seiner Produkte und Dienstleistungen unter anderem die reichweitenstarke Azure-Umgebung, also die Microsoft-Cloud für gewerbliche Kunden.

In dieser Woche haben die beiden US-Unternehmen ihre erfolgreiche Kooperation der Vergangenheit nochmals öffentlichkeitswirksam gefeiert und diese dabei mehrjährig verlängert. An der Wall Street wurden diese Nachrichten mit Wohlwollen aufgenommen. So rückte die Microsoft-Aktie um knapp 4 % vor, während das Papier der Rockwell zur Vorwoche sogar fast 10 % machte.

Wir halten unverändert an der Rockwell-Aktie fest. Für die Microsoft-Aktionäre unter Ihnen: Die Software-Aktie ist gegenwärtig ziemlich teuer, sodass ich diesen Titel ebenfalls als langfristige Halten-Position sehe.


Steigt Qualcomm in den Smartphone-Markt ein?

In der Tech-Szene kursieren derzeit Meldungen, dass der Chipdesigner Qualcomm die Entwicklung eines eigenen Smartphones plant. Dabei hat man offenbar die Kundengruppe der Videospieler im Blick und will für diese Anwender ein besonders leistungsfähiges Gaming-Smartphone entwickeln.

Mit von der Partie ist offenbar der taiwan-chinesische Hardware-Spezialist Asus, der hierzulande besonders für seine Laptop-Rechner bekannt ist. Dabei sollen die Chinesen zunächst rund 1 Million Geräte bauen, die man dann möglicherweise gemeinsam vertreiben wird.

Qualcomm würde mit dieser Maßnahme Neuland betreten, da man bisher noch nie für den Endkunden entwickelt hat. Hier kann allerdings die Expertise der Asus helfen, die dieses Marktsegment als Hersteller von Laptops und auch Smartphones bestens kennt. Dabei positioniert sich das Duo klugerweise erst einmal in einer Marktnische (Gaming-Smartphones) und weicht damit den Platzhirschen wie Apple, Samsung oder Huawei aus.

Gelingt dem US-Unternehmen der Sprung ins Endkundengeschäft, wird das der Aktie sicherlich helfen. Scheitert die Expansion, wäre das für Qualcomm sicherlich kein Beinbruch. Wir bleiben unverändert investiert (Halten).

Aufstufungen: Recordati-Aktie zeiht wieder an und gibt Kaufsignal aus

In den vergangenen Monaten kam die Pharma-Aktie der Recordati nicht wirklich voran, wie der folgende Chart zeigt. In dieser Woche allerdings legte der Titel rund 5 % zu und hat damit seine Zwischenkorrektur verlässlich beendet. Die Zwischenkorrektur habe ich für Sie im Chart rot markiert. Mit dem Überschreiten der roten Abwärtslinie hat die Aktie ein frisches Kaufsignal generiert.

Ich stufe die Aktie der Recordati nun also wieder von Halten auf Kaufen herauf. Fassen Sie zu Kursen bis 47,50 Euro zu, sofern Sie in dem Nischenplayer (Seltene Krankheiten) noch nicht investiert sind. Die WKN- oder ISIN-Nummer zur eindeutigen Identifizierung der Aktie entnehmen Sie wie üblich der Depotansicht, die Sie im Anschluss an diesen Text finden werden.

Ferner rate ich Ihnen nun wieder zum Kauf des SPDR US Dividend Aristocrats-ETF, sofern Sie hier noch nicht engagiert sind. Der ETF muss nicht gleich morgen durchstarten. Gleichwohl gehe ich davon aus, dass die Dividendenaktien – nicht nur in den USA – im kommenden Jahr Nachholbedarf haben. Daneben dürfen Sie hier mit einer Dividende von mindestens 1,15 Euro je Anteilsschein rechnen. Diese Dividende wird jährlich steigen, da Sie in diesem ETF bekanntlich ausschließlich Unternehmen finden, die ihrerseits die Dividende einmal pro Jahr anheben.

Sie handeln den ETF hierzulande wie eine Aktie einfach über das Xetra-System. Schweizer Anleger können daneben auch ganz bequem über die Zürcher Börse ordern. Hier dürfte auch eine Franken-Tranche für Sie zur Verfügung stehen. Meine Leser aus Südtirol fassen in Mailand zu. Der ETF ist nahezu in ganz Westeuropa zum Vertrieb zugelassen. Sie kommen also alle auf Ihre Kosten.

Depotumschichtungen: Encavis bringt dem Trenddepot 119 % Kursgewinn

Mittlerweile habe ich die Aktie der Encavis – gemäß meiner Empfehlung vom 2. Oktober – zu 16,50 Euro veräußert. Wer hier von Anfang an dabei war (August 2019), hat damit einen satten Kursgewinn in Höhe von 119 % realisiert.

An die Stelle der Encavis tritt nun die Aktie des US-Unternehmens Verisk Analytics, die ich nach der Erhöhung des Kauflimits nun zu 183 USD in das Trenddepot aufgenommen habe. Ich erwarte mir hier eine überdurchschnittliche und auch gleichmäßige Wertentwicklung.

Ich bestätige meine Kaufempfehlung für die Verisk-Aktie. Fassen Sie zu Kursen bis 183 USD oder umgerechnet 156,20 Euro zu, sofern Sie in diesem Qualitätstitel noch nicht investiert sind.

Mit freundlichen Grüßen und besten Wünschen für Ihr Wochenende


Alexander von Parseval



P.S. Bitte beachten Sie, dass VW zuletzt planmäßig die Dividende in Höhe von 4,86 Euro je Aktie ausgeschüttet hat. Wie üblich schlage ich die Dividende vom Einstandskurs der Aktie ab, um die Ausschüttung auf diese Weise in der Performance zu erfassen.