Lieber Börsianer,

zuletzt zeigte der Aktienmarkt nach dem starken Börsenjahr 2020 erste Ermüdungserscheinungen. So liegt der DAX auf Wochensicht 0,8 % unter Wasser und notiert wieder leicht unter der viel beachteten Marke von 14.000 Punkten. Der für unser Depot wichtige NASDAQ 100-Index verlor bis jetzt rund 1,6 %.

Insgesamt möchte ich Sie mit diesem Update auf eine etwas schwierigere Marktphase einstimmen. Im vergangenen Jahr haben wir als Investor viel positive Entwicklung vorweggenommen, die ich momentan in der Realwirtschaft noch nicht sehe. Vor allem das aktuelle Corona-Geschehen bleibt problematisch, wie die letzten Zahlen des Robert Koch-Instituts zeigen. Auch bei unseren Nachbarn ist die Situation nicht grundsätzlich besser. Deshalb werde ich die Aktie der VW von Kaufen auf Halten herabstufen. Ferner rate ich Ihnen nun, die Aktie der Qualcomm zu veräußern. Dazu lesen Sie jetzt mehr.

VW: Einstieg in die Elektro-Mobilität ist gelungen 

Im vergangenen Jahr setzte der VW-Konzern weltweit rund 9,3 Millionen Pkw ab. Dabei war der Absatz im konventionellen Geschäft spürbar rückläufig. Ungeachtet der ungünstigen Marktbedingungen – Corona kombiniert mit Betriebsausfällen – entwickelte sich das Geschäft von Stromern und Teilstromern überaus günstig.

Unter dem Strich verkauften die Wolfsburger über 231.000 vollelektrisch angetriebene Fahrzeuge. Im Vergleich zu 2019 entspricht dies einem mächtigen Wachstum von 214 %. Im Segment der Plug-in-Hybride verbuchte Wolfsburg ein Wachstum von 175 % auf über 190.000 Einheiten. Rechnet man das bisherige Wachstum fort, wird der norddeutsche Autobauer im laufenden Jahr fast 700.000 Vollstromer verkaufen. Das dürfte dann rund 7 % der Gesamtflotte entsprechen.

Ich erwarte allerdings, dass VW diese Zahl übertreffen wird, zumal zuletzt etwa der Elektro-SUV ID.4 in den Markt gestartet ist. Stark sind daneben auch einige E-Modelle der diversen Untermarken. So verkaufte sich zuletzt der Audi e-tron in Europa wie geschnitten Brot. Auf den westeuropäischen Märkten ist mittlerweile jedes 10. verkaufte Auto aus dem VW-Imperium elektrisch angetrieben.

Ich bin mit der Arbeit der Unternehmensführung sehr zufrieden. Die Ergänzung des konventionellen Angebots um E-Fahrzeuge ist den Wolfsburgern im vergangenen Jahr gelungen. Man kommt nun in der Zukunft an. Die 2020 forcierte E-Offensive wird sich für das Unternehmen in nächster Zukunft auszahlen.  

Zuletzt entwickelte sich die VW-Aktie spürbar besser als der Gesamtmarkt (DAX) und notiert aktuell über dem zuletzt von mir empfohlenen Kauflimit von 150 Euro. Daher stufe ich die Autoaktie zunächst von Kaufen auf Halten herab.

Qualcomm: Belohnen Sie sich jetzt und machen Sie Kasse! 

Die Aktie der Qualcomm hat sich seit Kauf (April 2020) im Kurs ungefähr verdoppelt. Daneben haben Sie zudem mehrere Quartalsdividenden eingenommen. Hier werden wir uns nun belohnen und den Buchgewinn mitnehmen. Ich verkaufe die Aktie ohne Limit (bestens) am Börsenplatz New York. Handeln Sie bevorzugt in Deutschland, rate ich für den Verkauf zu Tradegate oder Xetra.

Meine Verkaufsempfehlung für die Qualcomm-Aktie sagt nicht, dass ich von dem US-Unternehmen nicht überzeugt bin. So übernahm man jüngst das US-Startup Nuvia für 1,4 Milliarden USD. Das von einem ehemaligen Apple-Techniker gegründete Unternehmen gilt in der Tech-Szene fast schon als Geheimtipp. So soll der von Nuvia entwickelte CPU-Kern in punkto Energieeffizienz den entsprechenden Komponenten von Apple oder AMD deutlich überlegen sein. Kurzum: Wir werden die US-Aktie nach einer Korrektur wieder ins Depot zurückholen.

Norma in der Corona-Krise stärker als zuvor erwartet   

Der Spezialist für Verbindungstechnik, Norma Group, hat sich im vergangenen Jahr offenbar besser geschlagen als zuvor prognostiziert. So sank der Umsatz im Konzern – gemäß einer Vorabmeldung – lediglich um rund 12 %. Zuvor hatte die Unternehmensführung vor dem Hintergrund der Pandemie noch einen Umsatzrückgang von rund 16 % erwartet. Dabei profitierte das Unternehmen vor allem von Komponenten, die man individuell für Industriekunden anfertigt. Das standardisierte Massengeschäfte hingegen büßte erwartungsgemäß ein.

Unterdessen haben die Analysten der Münchener Investmentbank Baader Ihr Kaufvotum für die Norma-Aktie bestätigt. Man sieht ein erstes Kursziel bei 45 Euro. Ungeachtet der vernünftigen Nachrichtenlage tendiert die Aktie heute weich.

Gleichwohl bestätige ich meine Kaufempfehlung für die Aktie der Norma SE. Fassen Sie zu Kursen bis 42,50 Euro zu, sofern Sie bislang noch nicht investiert.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

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Alexander von Parseval