Lieber Börsianer,

das Technologie-Segment neigt unverändert zur Schwäche. So verlor der Leitindex NASDAQ 100 auf Wochensicht erneut 3,5 % und tauchte dabei unter die wichtige Marke von 13.000 Punkten ab. Leichte Gewinne schafften hingegen die meisten europäischen Standard-Indizes. Der DAX etwa verbesserte sich etwas über 1 %.

Unterdessen setzt sich die Korrektur der Wasserstoff-Aktien fort. Im Wochenvergleich verlor der europäische Wasserstoff-Index knapp 9 %. Auf Monatssicht liegen die Aktien nun über 30 % unter Wasser. In der kommenden Woche sollte der Markt eine ersten Versuch der Befestigung unternehmen. Mittelfristig sehe ich gleichwohl weiteren Korrekturbedarf und erwarte den Index mittelfristig deutlich unter 400 Punkten. Vergleichen Sie hierzu bitte auch den folgenden Chart.

Elektro-Offensive: VW mausert sich zum Technologieführer

In dieser Woche überzeugte besonders die Aktie der VW, die unter dem Strich über 10 % zulegte. Immer mehr Investoren und auch Analysten kommen zur Einsicht, dass der norddeutsche Autobauer technologisch zunehmend zum US-Konkurrenten Tesla aufschließt. Dabei hat der Chefanalyst Automobilität der Schweizer UBS-Bank, Patrick Hummel, besonders tief gebohrt und einen VW ID.3 in seine Einzelteile zerlegen lassen. Das sind die Kernaussagen der ganz frischen UBS-Studie:

  • Die ID-Plattform ist gemessen an den Kosten wettbewerbsfähig gegenüber Tesla.
  • VW schafft Spitzenwerte bei Effizienz, Skalierbarkeit und Energiedichte der Batterie.
  • Die Batteriezellen des ID.3 kosten gegenwärtig rund 100 USD pro Kilowattstunde. VW gehört damit zu den Top 3 weltweit.
  • Die Stromer aus Wolfsburg können bis 2025 die Gewinnmargen heutiger Verbrenner erreichen.
  • Die VW-Software ist im Vergleich zur konventionellen Konkurrenz marktführend. Lediglich gegenüber Tesla liegt man noch zurück.

Dieses Problem werden die VW-Programmierer nun allerdings auch anpacken. So sollen künftig alle VW-Modelle mit der identischen Software bespielt werden. Je nach Modellauswahl des Kunden werden dann die Software-Komponenten beim Kauf gezielt aktiviert. Zudem kann der Kunde nachträglich weitere Leistungsmerkmale aus dem Software-Paket gegen ein entsprechendes Entgelt installieren. Mittelfristig erwarten sich die Wolfsburger hieraus zusätzliche Einnahmen in dreistelliger Millionenhöhe.Mein Kollege Hummel von der UBS hebt in seiner aktuellen Analyse das Kursziel für die VW-Aktie von 200 auf 300 Euro an. Ich teile diesen Optimismus und rate Ihnen, weiter an der Auto-Aktie festzuhalten. Die Zeiten der Stagnation und Ideenlosigkeit in Wolfsburg sind überwunden.

Recordati: Wir verkaufen und schaffen Platz für Neues im Trenddepot

Die italienische Pharma-Aktie Recordati hat meine Erwartungen nur eingeschränkt erfüllt. So konnte man kaum von den Auswirkungen der Corona-Pandemie profitieren, da das Unternehmen hier keine Präparate oder Impfstoffe vorzuweisen hat. Folglich steht die Italien-Aktie nicht im Fokus der Investoren.

So werde ich Recordati in den kommenden Tagen veräußern und wahrscheinlich noch im März einen geeigneten Nachfolger für das Trenddepot auswählen. Ich setze für die Aktie ein Verkaufslimit bei 44,50 Euro am Börsenplatz Mailand. Möchten Sie in Deutschland verkaufen, rate ich zum Börsenplatz Hamburg (LS Exchange).  

Verisk startet eigenes Bezahlsystem – Aktie mit Abstauberlimit kaufen

Der Risikospezialist und Dienstleister der Versicherungsbranche, Verisk Analytics, wird seinen Kunden künftig ein eigenes digitales Bezahlsystem namens VeriskPay anbieten. Damit reichert das US-Unternehmen sein umfangreiches Angebot für die Unternehmen der Versicherungsbranche zusätzlich an. VeriskPay wird Echtzeitzahlungen ermöglichen, und dabei alle gängigen Bankkonten, Kreditkarten und auch digitale Angebote (e-wallet) integrieren.

Eine kritische Anmerkung: Von der ganz schnellen Truppe ist Verisk hier sicherlich nicht. Digitale Bezahlsysteme sind mittlerweile fast schon ein alter Hut. Gleichwohl ist die Maßnahme natürlich nicht falsch und wird die Kundenbeziehung zu den Versicherern sowie den Finanzdienstleistern weiter stärken.

Insgesamt hat sich die US-Aktie bisher nicht zufriedenstellend entwickelt. Gleichwohl plane ich langfristig mit den Papieren des Risiko- und Datenspezialisten. Nutzen Sie die Kursdelle zum Einstieg, sofern Sie bislang noch nicht investiert sind! Aufgrund der gegenwärtigen Marktschwäche müssen Sie allerdings bei der Anschaffung der konservativen Wachstumsaktie keine Hast an den Tag legen.

Lassen Sie also den Kurs der Aktie noch etwas auf sich zukommen und platzieren Sie in New York ein Abstauberlimit bei 155 USD. Zuletzt notierte die Verisk-Aktie bei rund 160 USD. Handeln Sie in Deutschland, setzen Sie das Kauflimit bei umgerechnet 130 Euro. Ich rate Ihnen, die Order bis Ende März (ultimo) laufen zu lassen. In diesem Zeitraum sollten wir zum Zuge kommen.  

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

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Alexander von Parseval