Lieber Börsianer,

vorab wünsche ich Ihnen und Ihren Angehörigen schon einmal entspannte und harmonische Feiertage. Außerdem hoffe ich natürlich, dass Sie alle unverändert wohl auf sind und nächstens alle an die Nadel dürfen, damit Sie auch weiterhin dem Virus und seinen Mutanten widerstehen.

Bevor wir auf Ostereiersuche gehen, möchte ich Ihnen noch erläutern, wie das Dividendenprogramm der DIC Asset AG funktioniert, das nach den Feiertagen anlaufen wird. Außerdem befasse ich mich noch mit der VW-Aktie, die auf Wochensicht schon wieder fast prozentual zweistellig zulegten.

So profitieren Sie maximal von der Wahldividende der DIC Asset

Zuletzt hat Sie Ihre Depotbank informiert, dass der Immobilienverwalter DIC Asset eine sog. Wahldividende auskehren wird. Für den einen oder anderen unter Ihnen ist dieses Vorgehen wahrscheinlich ungewohnt, da nur wenige Unternehmen solche Programme anbieten. Ich starte zunächst mit den harten Fakten.

Die virtuelle Hauptversammlung des Unternehmens hat zuletzt eine Gesamtdividende in Höhe von 0,70 Euro je Aktie beschlossen. Davon werden 0,20 Euro in jedem Fall als Sockeldividende in bar ausgeschüttet. Von dem Geld werden Sie allerdings nichts sehen, sofern Ihr Freibetrag bereits ausgeschöpft ist. Letztlich wird diese Sockeldividende gleich an den Fiskus durchgeleitet.

Und jetzt wird es spannend für Sie: Die verbleibenden 0,50 Euro können Sie nun wahlweise konventionell in bar beziehen oder in Form von DIC-Aktien. Das entsprechende Bezugsverhältnis – also wie viele DIC-Aktien Ihnen frisch eingebucht werden – steht derzeit allerdings noch nicht genau fest. Dieses Verhältnis wird am 9. April in Abhängigkeit zum dann gültigen Tageskurs festgelegt. Derzeit dürfen Sie damit rechnen, dass Ihnen für 30 DIC-Aktien im Bestand eine neue Aktie eingebucht wird.

Beachten Sie bitte: Sofern Sie die Aktien wünschen, müssen Sie in aller Regel Ihre Depotbank ausdrücklich anweisen. Ansonsten erhalten Sie die Bardividende.

Der Terminkalender der Kapitalmaßnahme:

  9. April: Festlegung des Bezugsverhältnisses

12. April: Bank erwartet spätestens zu diesem Termin Ihre Anweisung, sofern Sie die Stücke wünschen.

22. April: Auszahlung der Bardividende

26. April: Zuteilung der DIC-Aktien

Zu welchem Vorgehen rate ich? Möglicherweise schieben Sie derzeit ohnehin etwas Cash in Ihrem Depot vor sich her. Dann rate ich Ihnen zum Bezug der Aktie. Zumal die DIC-Aktie auf Wochensicht eher schwach tendierte. Mit anderen Worten: In der aktuellen Kaufdelle holen Sie sich einige Stücke mehr der Betonaktie ins Depot. Zudem gehe ich davon aus, dass das Bezugsverhältnis vom Unternehmen recht günstig angesetzt wird, sodass Sie im Vergleich zur Bardividende mit dem Bezug der Aktien einige Cent mehr für sich herausschlagen.

Die andere Variante: Möglicherweise sind Sie gegenwärtig voll investiert und möchten die Dividende nicht gleich wieder ins Risiko geben, dann entscheiden Sie sich selbstverständlich für die Auszahlung der Dividende. Wie auch immer Sie hier entscheiden, Sie werden profitieren.

Die Sicht des Unternehmens: Wenn Sie den DIC-Vorstand fragen, was zu tun ist, wird man Ihnen dort raten, sich die Aktien anstatt der Bardividende zu besorgen. Auf diese Weise bleibt nämlich das Kapital im Unternehmen und steht für weiteres Wachstum zur Verfügung. Kurzum: Die Unternehmen wünschen, dass möglichst viele Aktionäre die Zuteilung der Aktien in Anspruch nehmen.

Ich werde die Dividende in Form der Aktien auswählen, da ich von dem Unternehmen langfristig überzeugt bin. Generell rate ich Ihnen, an der stabilen Immo-Aktie bis auf Weiteres festzuhalten.   

VW: Künftig keine Dividenden mehr bei Kurzarbeit? 

Derzeit verhandeln Arbeitgeber und die Arbeitnehmervertreter der Gewerkschaft IG Metall in Wolfsburg über einen neuen Haustarif. Nach vier Verhandlungsrunden sind sich beide Seiten nicht wesentlich näher gekommen. Zuletzt hatte die Arbeitnehmerseite an diversen VW-Standorten mit Warnstreiks etwas Druck in den Kessel gegeben.

Gleichwohl rechne ich mit eher harmonischen Verhandlungen und einer raschen Einigung. Zumal mittlerweile der Pilotabschluss für die Metall- und Elektronindustrie aus Nordrhein-Westfalen vorliegt. Der Hausabschluss bei VW wird sich an diesem Ergebnis orientieren. Mitunter führen solche Tarifverhandlungen zu massiven Lohnsteigerungen, die dann das Ergebnis im Unternehmen und damit auch die entsprechende Aktie belasten. Derzeit sehe ich solche Gefahren hingegen nicht.

Ein anderes Thema: Anlässlich der jüngsten Hauptversammlung bei Daimler wurde aus verschiedenen politischen Milieus die dortige Erhöhung der Dividende kritisiert. Unter dem Strich schütten die Schwaben für das Geschäftsjahr 2020 rund 1,4 Milliarden Euro an die Aktionäre aus. Im gleichen Zeitraum haben die Daimler-Beschäftigten Kurzarbeitergeld in Höhe von 700 Millionen Euro kassiert.

In Frankreich, Schweden oder etwa Dänemark ist Unternehmen die Ausschüttung einer Dividende weitgehend untersagt, wenn das Unternehmen parallel Kurzarbeitergeld bzw. vergleichbare Leistungen für die Belegschaft in Anspruch nimmt.

Für uns als Börsianer ist diese Diskussion unangenehm und kann durchaus künftig die eine oder andere Dividendenauszahlung gefährden, wenn Deutschland hier dem Vorbild der genannten Länder folgt. Hier bleibe ich für Sie am Ball und werde Sie umgehend informieren.

Ich gehe davon aus, dass VW die anstehende virtuelle Hauptversammlung Ende Mai abhalten wird. Stand heute werden die Aktionäre in diesem Rahmen eine Dividende in Höhe von 4,80 Euro je Stammaktie beschließen. Im Trenddepot halten wir die Vorzugsaktie. Hier dürfen Sie mit 4,86 Euro je Anteilsschein rechnen.

Ich bestätige meine Kaufempfehlung für die VW Vorzüge zu Kursen bis 225 Euro.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

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Alexander von Parseval