Lieber Börsianer,

die Aktienmärkte befinden sich unverändert in solider Verfassung. Besonders erfreulich dabei, die Tech-Aktien des NASDAQ-Segmentes ziehen nun auch wieder und haben damit ihre Schwächephase vom Jahresanfang beendet. So rückte der NASDAQ 100-Index auf Wochensicht um 1,5 % voran. Auf Monatssicht steht hier ein Plus von rund 6 % zu Buche. Dabei zog der Tech-Index mit Dynamik über die Marke von 14.000 Punkten hinaus. Zu Deutsch: Hier dürfen Sie kurzfristig mit weiteren Zuwächsen rechnen.

Von der positiven Grundstimmung im Wachstumssegmente profitierte unter anderem das Vontobel-Zertifikat auf Künstliche Intelligenz, das sich im Wochenvergleich um knapp 2 % verteuerte. Hier steht nun ein Gewinn von über 80 % für das Trenddepot zu Buche.

Fener überzeugte unsere Neuanschaffung Umicore, die sich zur Vorwoche um rund 6 % verteuerte. Daneben rückte Vestas um knapp 6 % vor, obwohl Konkurrent Nordex eine Kapitalerhöhung angekündigt hat, die zunächst die fundamentalen Kennzahlen der Aktie verwässern wird.

Umicore greift in Batterietechnik aus  

Meine jüngste Neuempfehlung Umicore habe ich zuletzt zu 50,60 Euro in das Trenddepot aufgenommen. Ich empfehle die Aktie unverändert billigst zum Kauf, sofern Sie bislang noch keine Gelegenheit hatten, den belgischen Titel zu kaufen.

Unterdessen wurde bekannt, dass die Belgier einen Anteil an dem US-Batterieentwickler Solid Power halten. Bereits vorbörslich hatte man sich im Rahmen von zwei Finanzierungsrunden an dem Startup beteiligt. Das US-Unternehmen arbeitet derzeit an einer sog. Festkörper- oder Feststoffbatterie. Sie gelten quasi als die Lithium-Ionen-Batterien der nächsten Generation. Solid Power wird unter anderem von den Autoherstellern BMW und Ford gestützt.

Die Feststoffbatterien bieten bei einigen technischen Merkmalen erhebliche Vorteile gegenüber konventionellen Lithium-Batterien. So sind die Ladezeiten sehr kurz. Trotzdem bietet der Festkörper-Akku eine höhere Leistungsdichte. Zudem sind diese Speichersystem sehr feuersicher und würden damit einen Schwachpunkt der bisherigen Lithium-Batterien beseitigen. Allerdings hakt es momentan noch bei der Lebenszeit der Festkörperbatterien. Bereits nach einigen Ladezyklen verlieren die Speicher spürbar Kapazität.

Umicore bringt mit dieser Beteiligung einen weiteren Fuß in den spannenden Markt für Batterietechnik. Schon jetzt stellen die Belgier Kathodenmaterial für E-Batterien her. Umicore strebt ganz generell die lange Wertschöpfungskette an. Zu Deutsch: Man will nicht nur Batterierohstoffe recyclen, sondern anschließend auch gleich im Unternehmen weiterverarbeiten.

Ein Beispiel: Man bereitet Platin auf und verwendet das Metall dann in den eigenen Katalysatoren. Solche langen Wertschöpfungsketten sind selten. Denn üblicherweise ist ein Recycling-Unternehmen mit der Produktion von Katalysatoren oder E-Batterien überfordert und gibt das wiedergewonnene Material einfach zurück in den Markt. Dieses umfassende Geschäftsmodell war für mich auch ein starkes Kaufargument für die Aktie.

Vestas holt sich neue Aufträge – Bund will noch mehr Windkraft  

Der dänische Windanlagenbauer Vestas meldet Aufträge unter anderem aus Deutschland, Finnland und Belgien. Dabei sticht besonders das Baltic Eagle-Projekt des spanischen Versorgers Iberdrola ins Auge. Der Windpark soll 2024 online gehen und in der Spitze bis zu 494 Megawatt erzeugen. Dafür werden sich 52 Vestas-Turbinen des Typs V174-9,5 MW vor Rügen in der Ostsee drehen. Seine Rotorblätter verfügen über einen Durchmesser von 174 Metern und greifen fast 200 Meter in den Himmel. Allein die Turbineneinheit dieses Modells der Superlative wiegt 390 Tonnen.

Baltic Eagle wird damit zunächst die zweitgrößte Windanlage Deutschlands. Danach starten in der Nachbarschaft wahrscheinlich die Bauarbeiten für die Offshore-Anlage Gennaker, die in der Spitze bis zu 860 Megawatt produzieren soll. Hier kommt allerdings sehr wahrscheinlich der Vestas-Konkurrent Siemens-Gamesa zum Zug.

Trotzdem, der Eindruck trügt nicht. Nach dem Seuchenjahr 2020 weht im deutschen Markt wieder eine anständige Brise für die Windanlagen-Bauer. So hat die zuständige Bundesnetzagentur zuletzt weitere Areale in Ost- und Nordsee für Windparks ausgeschrieben. Berlin will hier mittelfristig weitere Kapazitäten von rund 1.000 Megawatt sehen, um die Klimawende energisch anzuschieben. Vestas und ihre Aktionäre werden davon profitieren.

Ein anderes Thema: Vestas-Konkurrent Nordex hat in dieser Woche eine Kapitalerhöhung angekündigt. In der Folge sackte die Nordex-Aktie über 3 % ab. Ich gehe davon aus, dass die Dänen von Vestas in absehbarer Zeit ebenfalls den Kapitalmarkt beanspruchen werden. Kapitalerhöhungen belasten zunächst kurzfristig den Aktienkurs. Dennoch mag ich solche Transaktionen, weil wir als Aktionäre neue Aktien vergünstigt beziehen können. Außerdem stärkt frisches Eigenkapital das Wachstumspotenzial des Unternehmens.

Fazit: Das zuletzt eingezogene Stop-Loss-Limit können Sie nun guten Gewissens löschen. Ich stufe die Aktie der Vestas wieder auf Kaufen herauf (Kauflimit: 35 Euro). Seien Sie bitte vorbereitet auf eine Kapitalerhöhung des Unternehmens! Dann wird der Kurs nochmals je nach Volumen der Transaktion zurücksetzen. Ich plane Stand heute, dass wir uns an der denkbaren Kapitalmaßnahme beteiligen.

Zum Abschluss: Die Schweizer Nati hat einen großartigen Erfolg gefeiert. Aufgrund meiner französischen Wurzeln konnte ich das Spiel nur phasenweise genießen. Als Sportsmann freilich ist mir die enorme Leistung der Schweiz nicht entgangen. Fortan gelten dieser Mannschaft meine aufrichtigen Wünsche. Und unsere Jungs starten nun unter neuer Führung und haben gleich im kommenden Jahr Gelegenheit, ihre Fähigkeiten besser darzustellen

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

Alternate text

Alexander von Parseval