Liebe Börsianerinnen und Börsianer,

die führenden Aktien-Indizes liefen mehrheitlich südwärts. So notieren etwa der NASDAQ 100 oder der DAX zur Vorwoche knapp 2 % leichter. Dabei hat den Börsianern die jüngste Botschaft der US-Notenbank nicht so richtig geschmeckt. Die Notenbank-Gouverneure gehen inzwischen davon aus, dass der US-Arbeitsmarkt sich weiter robust erholen wird. Vor diesem Hintergrund wird man wohl das monatliche Anleihenkaufprogramm von aktuell 120 Milliarden USD zumindest stutzen, und dies noch im laufenden Jahr.

Daneben diskutiert man auch eine Anhebung des Leitzinses, die allerdings kurzfristig wahrscheinlich noch nicht anstehen wird. Rund die Hälfte der Notenbank-Gouverneure haben hier Angst vor der eigenen Courage und befürchten, dass man am Markt einen Zinsschritt als eine bevorstehende Zinswende verstehen wird.

Außerdem haben die Männer und Frauen um Notenbank-Chef immer noch das Virus vor allem in seiner Delta-Variante im Hinterkopf. Auch Börsianer sind in dieser Sache noch nicht restlos entspannt. Man war schon der Hoffnung, dass die westlichen Volkswirtschaften zu diesem Zeitpunkt in der Virus-Bekämpfung weiter sein würden.

Mittelfristiger Ausblick: Ich gehe davon aus, dass der Börsenmonat September für uns eher unangenehm wird. Crashgefahr sehe ich gleichwohl nicht. Vor allem Profis sind derzeit eher pessimistisch gestimmt und sitzen folglich auf einer gesteigerten Liquidität. Das sichert die Aktien nach unten ab, da diese freien Mittel bei einer Kursdelle zeitnah in den Markt fließen werden.  

Franco-Nevada meldet beste Zahlen – Zinsdiskussion belastet Aktie 

Das Royalty-Unternehmen Franco-Nevada ist unverändert auf Rekordkurs. Im abgelaufenen Quartal verkaufte man fast 167.000 Unzen Gold bzw. Gold-Equivalente. Das entspricht im Vergleich zum Vorjahr einem Wachstum von 60 %. Den Umsatz weitete man sogar um 78 % auf 347 Millionen USD aus. Davon blieben netto rund 175 Millionen USD (+86 %) in den Kassen des Unternehmens hängen. Ferner bestätigte man nochmals, dass Franco-Nevada absolut schuldenfrei ist und auf freien Mitteln in Höhe von 1,4 Milliarden USD sitzt.

Der Ausblick: Die Unternehmensführung blickt optimistisch in die Zukunft und hat die Absatzziele 2021 für alle Rohstoffgruppen – also im Wesentlichen Gold, Silber und Öl/Gas – spürbar angehoben. Auf Sicht von 5 Jahren strebt das Unternehmen – konservativ kalkuliert – ein Umsatzwachstum von 25 % an. Man sieht sich ausdrücklich als Inflationsprofiteur und unterstellt, dass der Umsatz immer mindestens mit der laufenden Inflationsrate wachsen wird. Ich sehe das ganz ähnlich.

Im Prinzip hat Franco-Nevada nahezu sensationell gutes Zahlenwerk geliefert. Leider verpufften die guten Nachrichten ungehört am Markt, so geriet die Aktie unter der Woche unter starken Verkaufsdruck. Ursächlich hierfür ist die zuvor beschriebene Diskussion um die Geldpolitik der Fed. Ich gehe allerdings davon aus, dass dieser Effekt an Relevanz verlieren wird, sobald die Währungshüter ihre ersten ein oder zwei geldpolitischen Maßnahmen durchgebracht haben. Das wird der Aktie helfen.

Ich bestätige meine Kaufempfehlung für die Aktie der Franco-Nevada.

Hauptausgabe: Ich blicke in den Krypto- und CleanTech-Markt 

In der kommenden Woche (24. August) steht die September-Hauptausgabe des RENDITE TELEGRAMM auf dem Programm. Was sind die Themen?

Bitcoin und Co: Tatsächlich stehen rund 50 % der europäischen Investoren den diversen Krypto-Währungen noch eher reserviert gegenüber. Der Markt gilt immer noch als Eldorado für den wilden Zocker. Ich sehe allerdings Anzeichen, dass die digitalen Währungen diesen etwas zweifelhaften Ruf nächstens abstreifen werden. So hat die eher konservative deutsche Finanzaufsicht BaFin erstmals  ein US-FinTech zum sog. Kryptoverwahrgeschäft zugelassen.

So dürfen die Amerikaner ihre Dienstleistungen nun EU-weit anbieten. Und der geneigte Käufer genießt aufgrund der Regulierung eine gewisse Rechtssicherheit, die diesem Marktsegment zuvor unbekannt war. Ich finde diese Entwicklung interessant. Da muss ich für Sie nachbohren.

CleanTech-Aktien: Ein ungewöhnlicher Befund! Erst kürzlich hat der Weltklimarat die Klimakrise ausgerufen. Und im Mittelmeerraum brennen die Wälder und der Westen Deutschlands sauft in Sturzfluten ab. Das muss doch ein großer Kursturbo für die Klima- oder CleanTech-Aktien sein.  

Die Börse sieht diesen Sachverhalt derzeit anders und schickt das Marktsegment in den Keller. Im Schnitt liegen die Klima-Aktien seit Jahresbeginn rund 20 % unter Wasser. Ist diese Kursdelle wirklich gerechtfertigt? Diese Kursschwäche hat ebenfalls mein Interesse geweckt. Auch hier erfahren Sie in der nächsten Hauptausgabe alle Informationen und Hintergründe, die Sie als Investor benötigen.

So, liebe Kolleginnen und Kollegen, jetzt gehe ich ran an die Recherche. Ihnen wünsche ich ein angenehmes Wochenende. Von mir „hören“ Sie wieder am nächsten Dienstag.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

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Alexander von Parseval