Liebe Börsianerinnen und Börsianer,

die Jahresendrally ist leider weitgehend ausgefallen. Dem DAX ist streng genommen bereits im vergangenen Juni die Puste ausgegangen. Zwar markierte der Leitindex hernach nochmals ein frisches Allzeithoch. Letztlich notiert er allerdings heute ziemlich genau dort, wo der DAX auch schon einmal vor 6 Monaten war. Die US-Indizes schlagen sich etwas besser, freilich auch hier steht seit rund 8 Wochen eine Performance von Null zu Buche.

Trotzdem liegt ein gutes Börsenjahr hinter uns. So haben wir uns erst vor einigen Tagen einen anständigen Buchgewinn von knapp 34 % durch den Verkauf der Position Jenoptik gesichert. Zuvor hatten Sie etwa mit der Aktie der Qualcomm einen lupenreinen Verdoppler geschafft. Das Vontobel-Zertifikat auf Aktien der Künstlichen Intelligenz brachte Ihnen 95 %. Die Liste ließe sich verlängern.

Auf der anderen Seite sehen wir doch eine Zunahme unerwünschter Volatilität, dem in der vergangenen Woche die Aktie der Canadian Solar zum Opfer fiel. Man merkt schon, in den letzten Wochen des ausklingenden Jahres wurde hohe Risikoneigung am Markt nicht mehr unbedingt so belohnt wie noch im Vorjahr. So war es völlig richtig, dass wir vor den Feiertagen nochmal ins Depot gegriffen haben, um etwas Risiko rauszunehmen.

Sicherlich haben Sie es bereits der Medienberichterstattung entnommen, dass uns die US-Notenbank Federal Reserve in absehbarer Zeit mit einigen Zinserhöhungen „beglücken“ wird. Ganz offensichtlich haben die Währungshüter doch gewisse Sorgen, dass sich die Inflation in der US-Wirtschaft festbeißt.

Da wird sich weisen, ob die Investoren diese neuen geldpolitischen Informationen so einfach „fressen“ werden oder ab man doch in den nächsten Monaten einmal eine Korrektur sehen will, bevor man wieder kauft.

Für Ihr Depot gilt allerdings in jedem Fall: Sie haben vor den Feiertagen nochmals Risiko herausgenommen und mit Canadian Solar und Jenoptik eher volatile Nebenwerte abgestoßen. Jetzt dominiert im Trenddepot Substanz und Qualität. Damit kann ich Sie ganz beruhigt in die Weihnachtsferien entlassen.

Und im nächsten Jahr, wenn sich der Nebel an der Inflationsfront hebt, gehen wir wieder in die Offensive und holen uns wieder einige Verdoppler wie beispielsweise Qualcomm.

Frisches Bank: SoftBank wird weiter offensiv investieren

Der japanische Wagniskapitalgeber SoftBank wird auch künftig offensiv in neue Technologien und Startup-Geschäftsmodelle investieren. Zu diesem Zweck haben sich die Japaner frisches Fremdkapital vom US-Vermögensverwalter Apollo Global besorgt. Insgesamt fließen dem Risiko-Investor rund 4 Milliarden USD zu. Das Darlehen dürfte die Japaner rund 5 % pro Jahr kosten.

SoftBank profitiert damit noch von den aktuell niedrigen Zinsen. Wie bereits angedeutet, hat die US-Notenbank in der vergangenen Woche eine geldpolitische Wende vollzogen. Es war also Eile für SoftBank geboten.

Unterdessen hat der Vorstandsvorsitzende des japanischen Unternehmens eingeräumt, dass die Krise noch nicht ganz ausgestanden sei. Man „befindet sich in der Mitte eines Blizzzards“, so Masayoshi Son.

Wir haben die Aktie ohne Frage einige Euro zu teuer eingekauft. Trotzdem blieben wir unverändert investiert. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die Investoren die – gemessen am Buchwert – die niedrige Bewertung der Aktie erkennen werden.

DIC Asset schuldet um und spart Zinsen ein

Der Immobilien-Verwalter DIC Asset hat ein Bankdarlehen in Höhe von 550 Millionen Euro vorzeitig getilgt und anderweitig zu verbesserten Konditionen refinanziert. Durch diese Maßnahme wird man künftig Zinszahlungen in Höhe von rund 5 Millionen Euro einsparen. Kurzfristig wird die Umschuldung allerdings das Konzernergebnis belasten, da DIC eine Vorfälligkeitsentschädigung in Höhe von 15 Millionen Euro zu leisten hat. Diese Zahlung wird voll für das laufende Geschäftsjahr gebucht.

Die Investoren lesen solche Nachrichten naturgemäß gerne. Sie zeugen nämlich von der soliden Bonität der Frankfurter, die sich nun auch als Kostenvorteil bemerkbar macht.

Ich bestätige meine Kaufempfehlung für den Inflationsprofiteur DIC Asset. Hierfür erhöhe ich das zuletzt genannte Kauflimit von 14,25 auf 14,75 Euro. Derzeit kostet die DIC-Aktie leicht über 15 Euro. Sobald Sie einmal wackelt, fassen Sie also zu.

Zum Abschluss übermittele ich Ihnen noch meine besten Wünsche für die anstehenden Feiertage. Lassen Sie jetzt Börse einmal Börse sein und verbringen Sie einige entspannte Tage mit Ihrer Familie oder gemeinsam mit einigen guten Freunden!

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

Alexander von Parseval