Liebe Börsianerinnen und Börsianer,

ich hoffe, Sie sind alle gute ins Neue Jahr gestartet und erfreuen sich auch 2022 weiterhin stabiler Gesundheit. Der Start ins neue Börsenjahr war leider nicht so ganz der Brüller. Zwar holte sich der DAX die Marke von 16.000 Punkten zunächst eindrucksvoll zurück. Vor allem die Autowerte wie VW oder Daimler schoben hier mächtig an. Am Ende ging dem Leitbarometer allerdings die Puste aus. So steht per saldo ein eher unbedeutender Gewinn zu Buche.

Richtig schwach präsentierte sich das NASDAQ-Segment. Hier wurde teils selbst bei klangvollen Namen wie Adobe Systems, AMD, Netflix und leider auch Verisk Analytics grob abgehobelt. Unter dem Strich verlor der Tech-Index zur Vorwoche rund 4 %. Die Ursache ist Ihnen bekannt: Die Protokolle der letzten Notenbank-Sitzung wurden bekannt. Und die Banker gaben sich in ihren Aussagen als ziemlich konservative Geldpolitiker. Keine Frage, die Perspektive steigender Zinsen hat der Markt noch nicht ganz gefressen.

Wenig erbaulich wirken dabei auch die letzten Inflationsdaten aus Deutschland. So wurde gestern bekannt, dass die Preise hierzulande im Dezember um 5,3 % gestiegen sind. Immerhin, die große Dynamik ist hoffentlich aus der Teuerung raus. So stieg die Inflation im Vergleich zum Vormonat November nur noch um 0,1 %.

Trübsal blasen müssen wir allerdings noch lange nicht. Denn nächstens läuft in den USA die Berichtsaison an. Hier erwarte ich mehrheitlich gutes Zahlenwerk. Das sollte den NASDAQ und ganz generell den US-Aktienmarkt spürbar stabilisieren.

Lesen Sie nun die wichtigen Nachrichten aus den Unternehmen des Trenddepots!

Analysten empfehlen VW-Aktie – Travel Assist bereitet Selbstfahrer vor

In dieser Woche haben die Investoren in großem Stil bei Auto-Aktien rund um den Globus zugefasst. In den USA verteuerte sich die Ford-Aktie auf Wochensicht prozentual zweistellig, während hierzulande vor allem die VW Vorzüge und die Papiere der Daimler gefragt waren. Was sind die Hintergründe?
Auto-Aktien zählen immer noch mit zu den günstigsten Titeln der großen Indizes. Dabei treibt die E-Mobilität oder ganz generell der technologische Wandel die Gewinne in der Branche. Mittlerweile profitiert davon nicht nur Tesla, sondern auch die deutschen Autobauer präsentieren sich technologisch betrachtet auf der Höhe der Zeit.

So hat Daimler offenbar ein E-Modell entwickelt, das mit einer Batterieladung eine Reichweite von bis zu 1.000 km schaffen soll. Der Technik-Vorstand der Schwaben, Markus Schäfer, sieht diese neuen Super-Batterien in 2 bis 3 Jahre auf der Straße.

Unterdessen feierte VW einen kleinen Durchbruch im Autonomen Fahren. So benötigt das Fahrassistenzsystem aus Wolfsburg – Travel Assist Version 2.5 – künftig keine Straßenmarkierungen mehr, um das teilautonom fahrende Auto auf der Straße zu halten. Man nutzt Schwarmdaten anderer Fahrzeuge, die weltweit erfasst worden sind bzw. laufend erfasst werden. Technologie-Partner ist hier übrigens die Intel-Tochter Mobileye.

Auch die jüngsten Analystenempfehlungen bestätigen den positiven Trend der Auto-Aktien. In den letzten 4 Wochen haben sich insgesamt 14 Analysten zur VW-Vorzugsaktie geäußert. Dabei sprachen 12 eine Empfehlung zum Kauf aus, während 2 plädierten, die Aktie weiterhin zu halten. Im Schnitt sieht man für die Vorzüge ein Kursziel von 255 Euro.

Kaufen Sie die Aktie aufgrund ihrer niedrigen Bewertung bis 200,00 Euro. Ich bin überzeugt, Autoaktien werden 2022 den DAX schlagen.

Neues Zinsszenario setzt Aktie der Franco-Nevada zu

Wie bereits eingangs erläutert wird die US-Notenbank das Ruder in der Geldpolitik im laufenden Jahr umlegen. Dieses Szenario ist für Gold und damit auch für die Aktie der Franco-Nevada kein Treiber. Denn Gold und ganz generell Edelmetalle benötigen eine lockere Geldpolitik bzw. niedrige Marktzinsen.

In den vergangenen Monaten zogen die Marktzinsen in den USA allerdings spürbar an. So stieg der Benchmark-Zins der T-Note (Anleihen mit 10jähriger Restlaufzeit) seit März 2020 von 0,05 auf 1,7 %. Der folgende Chart stellt die nun zunehmend offensichtliche Zinswende in den USA dar.

In einem solchen Marktumfeld können wir im Goldmarkt keine bedeutenden Renditen erwarten. Im Fall der Franco-Nevada wirkt für uns allerdings günstig, dass das Royalty-Unternehmen in den letzten Jahren bedeutende Förderbeteiligungen für Öl und Gas erworben hat. Und die Ölpreise streben bekanntlich weiter nordwärts.

Trotzdem werde ich die Aktie in den kommenden Wochen zum Verkauf stellen. Ich sehe hier auf Monate hinaus nur wenig Kurspotenzial für uns. Warten Sie zum Ausstieg allerdings noch einen besseren Kurs ab! Ich informiere Sie, sobald ich diesen sehe.

Verisk Analytics: Investoren nehmen etwas Schaum aus der Aktie

Zuletzt lief die Aktie der Verisk Analytics spürbar südwärts und verlor auf Wochensicht über 6 %. Der Rücksetzer kommt schon etwas überraschend, zumal sich die Aktie zuvor als stabiler und verlässlicher Renditebringer gezeigt hat. Trotzdem ist der Rücksetzer durchaus sinnvoll. Fundamental hatte der stabile US-Titel doch zuletzt etwas überdreht, nachdem Investoren Versicherer und ihre Dienstleister wie eben Verisk Analytics als Inflationsprofiteure entdeckt hatten. So läuft etwa in den Premium-Chancen die Aktie der Münchener Rück bereits seit Wochen vor dem DAX.

Außerdem hatte knapp vor Weihnachten ein Insider aus dem Vorstand Verisk-Aktien im Wert von 4,5 Millionen USD veräußert. Dabei hatte der Top-Manager einen Kurs von 218 USD erzielt. Einige Investoren sind nun ganz offensichtlich diesem Beispiel gefolgt und haben einmal Gewinne mitgenommen.

Sie sind noch nicht investiert? Geben Sie der Aktie der Verisk Analytics noch etwas Raum nach unten. Bei 208 USD oder umgerechnet 184 Euro steigen Sie dann ein.

Umicore: Zeit für Nachkauf noch nicht gekommen

Zuletzt hatten sich zahlreiche Leser an mich gewandt und sich dabei erkundigt, wann wir die Korrekturwelle der Umicore-Aktie konstruktiv zum Nachkauf nutzen werden. Hier muss ich Sie noch um etwas Geduld bitten.

Nach der Gewinnwarnung der Belgier im Kathodengeschäft haben nun auch zahlreiche Analysten die Aktie neu bewertet und dabei im Schnitt eine Halten-Empfehlung vergeben. Man geht davon aus, dass Umicore im vergangenen Jahr einen Rekordgewinn von 2,58 Euro je Aktie eingefahren haben dürfte. Freilich werden die Belgier das starke Niveau nicht halten. So soll der Gewinn pro Aktie auf etwa 2,15 Euro absinken. Erst 2023 soll sich das Blatt nach entsprechenden internen Ertüchtigungsmaßnahmen allmählich wenden, sodass man ab 2024 wieder gemessen an Gewinn und Umsatz expandieren kann.

Ich sehe den Sachverhalt im Grundsatz ganz ähnlich. Noch hat der Markt die Enttäuschung nicht restlos verdaut. Nach meiner Einschätzung ist auch die Korrektur noch nicht völlig abgeschlossen. Hier gehen sicherlich noch 4 bis 5 % vom aktuellen Kurs „runter“, vor allem dann, wenn der Gesamtmarkt nochmals schwächelt.

Fazit: Ich rate Ihnen unbedingt, an der Aktie des Recycling- und Materialspezialisten festzuhalten. Zu gegebener Zeit werden wir dann nachfassen.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

Alexander von Parseval