Liebe Börsianerinnen und Börsianer,

eine dramatische Woche liegt hinter uns. Erstmals seit 1945 erleben wir in Europa nun wieder einen großangelegten Landkrieg, vom dem rechnerisch direkt und indirekt rund 190 Millionen Menschen in der Ukraine sowie in Russland betroffen sind. Derweil rücken die Russen auf Kiew zu. Zwar ist es den Verteidigern gelungen, einige Widerstandslinien aufzubauen. Letztlich ist es allerdings nur eine Frage weniger Tage, bis die Ukraine militärisch und politisch kollabieren wird.

Vor allem gestern gerieten die europäischen Aktienmärkte unter spürbaren Verkaufsdruck, während die russische Börse gar einen prozentual zweistelligen Blitzcrash erlebte. Für Sie wirkte in diesem Moment, die Depotversicherung – Lyxor Short-DAX – günstig. Erst am vergangenen Dienstag hatte ich mich kurzfristig zu dieser Maßnahme entschieden, nachdem der DAX die Marke von 15.000 Punkten deutlich unterhandelt hatte.

Bei dieser Maßnahme hatte ich übrigens nicht nur die Ukrainekrise im Blick, sondern auch den weiter anhaltenden Inflationsdruck in Nordamerika und Europa. Hier ist es für uns als Börsianer immer wichtig, dass wir das Gesamtbild im Auge haben und nicht emotional nur auf ein Ereignis fokussiert sind.

Generell erwarte ich, dass die Ereignisse in Osteuropa in der nächsten Woche an Relevanz für die Börse verlieren werden. Das mag zynisch klingen, aber Börsianer arrangieren sich üblicherweise mit neuen Situationen relativ rasch. So gilt: Dieser Krieg ist eine humanitäre Katastrophe und weniger eine Katastrophe für die Börse.

Gleichwohl bestätige ich meine Kaufempfehlung für den zweifach gehebelten Lyxor Short-DAX, den ich inzwischen auch in das Trenddepot aufgenommen habe.

Zuletzt hatten sich einige Leser hilfesuchend an mich gewandt, nachdem ihre Depotbank den Kauf des Wertpapiers aufgrund des Hebels abgelehnt hatte. Oftmals werden Neubörsianer zunächst nicht in der höchsten Risikoklasse eingestuft, sodass sie keine gehebelte Produkte erwerben können. Natürlich setzen wir den DAX-Short sehr konservativ als Depotversicherung ein, um Risiko zu reduzieren. Eine Banksoftware erkennt diesen Sachverhalt allerdings nicht und stuft Hebelprodukte prinzipiell als spekulativ ein.

Sind Sie von einer solchen Maßnahme Ihrer Bank oder Ihres Brokers betroffen? Dann weichen Sie jetzt auf die ungehebelte Variante des DAX-Short aus. Hier gilt dann. Fällt der DAX um 2 %, steigt der ungehebelte DAX-Short entsprechend. Abgesehen von dem Hebel sind beide Instrumente völlig identisch. Folgender Hinweis: Aufgrund des fehlenden Hebels bietet Ihnen dieser Short eine geringere Schutzwirkung. Hier müssen Sie also gemessen an der Stückzahl bzw. gemessen am Volumen der Order etwas großzügiger zufassen, damit die Depotversicherung dann auch wirklich im Bedarfsfall greift.    

Hier die Daten für Ihre Order: Die WKN lautet ETF004, die ISIN ist: LU0603940916

Bitte beachten Sie abschließend, dass ich die Aktie der SAP nun zu rund 100 Euro veräußert habe. Leider müssen wir hier einen Verlust hinnehmen. Diesen Verlust werden wir nächstens mit einer neuen Position aufholen.

Da bin ich jetzt früh. Trotzdem: Ich gehe davon aus, dass sich in den nächsten ein bis zwei Wochen ein neues Kauffenster für uns öffnen wird. Vor allem dann, wenn der Aktienmarkt noch einmal richtig unter Abgabedruck gerät. Sinnvoll ist, dass der DAX die in dieser Woche angestoßene Korrektur nicht vorzeitig abbricht und damit letztlich nur vor sich herschiebt. Der Markt soll die „Sache“ nun sauber abschließen, damit wir – ähnlich wie im März 2020 – wieder einen sauberen und risikoreduzierten Kaufmarkt gewinnen.   Ungeachtet aller politischen Tragik dieser Tage wünsche ich Ihnen ein angenehmes Wochenende. Von mir lesen Sie nach dieser außerplanmäßigen Meldung spätestens wieder am nächsten Freitag (4. März). Im Falle weiterer unerwünschter Ereignisse oder anderer Herausforderungen auch früher. Es ist völlig klar, dass ich in diesen Tagen hellwach sein muss, damit unsere Depots auf Kurs bleiben.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

Alexander von Parseval