Liebe Börsianerinnen und Börsianer,

der Krieg in der Ukraine ist nun ziemlich genau vier Wochen alt. Die europäischen Aktienmärkte haben ihre anfänglichen Verluste wieder weitgehend ausgeglichen. Man weiß, dass der russische und ukrainische Markt für die Weltwirtschaft nur von untergeordneter Bedeutung ist. Wie ich schon zuvor geschrieben hatte, dieser Krieg ist eine humanitäre Katastrophe, aber keine Katastrophe für den Aktienmarkt.

Trotzdem ist der Ukrainekrieg natürlich kein Renditeprogramm. Deshalb stockt die Erholungsrally in dieser Woche. Der Dax verliert etwa 1 %, während der S&P 500 in den USA auf der Stelle tritt. Wo liegt das zentrale Problem?

Die Investoren wissen natürlich, dass die EU am Gashahn des Wladimir Putin „hängt“. Tatsächlich hat sich der Waffengang noch nicht wirklich auf die Versorgung ausgewirkt. Im Gegenteil sogar: Durch das osteuropäische Pipelinenetz werden aktuell Rekordvolumen gepumpt. Man fragt sich freilich, wie lange noch?

Der politische Druck ist hoch, auch die russische Öl- und Gasbranche nächstens dem Sanktionsregime zu unterwerfen. Deshalb bezahlen wir momentan eine hohe Risikoprämie auf Gas und Öl. Noch mehr Prämie wird aktuell für Nickel bezahlt. Dazu später mehr!

Fazit: Der Aktienmarkt tendiert aktuell ziemlich richtungslos. Zwar müssen wir keine Angst vor einer größeren Korrektur haben. Allerdings fehlt im Markt die große Phantasie für weitere Kursgewinne. Folglich planen die Investoren, die zuletzt gekauft haben, eher langfristig und schielen nicht so sehr auf die schnelle Rendite. Dieser Ansatz ist meines Erachtens realistisch.

Folglich werden wir in der bevorstehenden Hauptausgabe (Dienstag, 29. März) wieder kaufen. Bei meiner Empfehlung werde ich Wert legen auf eine möglichst optimale Kombination aus Wachstum und Stabilität. Genau solche Aktien brauchen wir in den nächsten Monaten. Seien Sie gespannt!

DIC Asset notiert heute ex Dividende

Gestern hatten sich die Aktionäre der DIC Asset zur virtuellen Hauptversammlung vor ihren Rechnern versammelt und dabei erwartungsgemäß den Dividendenvorschlag des Unternehmens angenommen. Insgesamt wird das Immobilien-Unternehmen 0,75 Euro je Aktie auskehren und damit 7 % mehr als im Vorjahr.

Beachten Sie bitte, dass die DIC Asset diese Ausschüttung im Rahmen eines Wahlprogramms vornimmt. Konkret: Hier können Sie je nach persönlichem Bedarf wählen, ob Sie die Dividende klassisch, also bar oder in Form neuer Aktien beziehen möchten. Wie das Programm im Detail funktioniert und welche Fristen für Sie gelten, erkläre ich Ihnen ausführlich in der Hauptausgabe.

Heute notiert die Aktie der DIC Asset ex Dividende. Ich habe übrigens den kleinen Rücksetzer dazu genutzt, meine Position im Depot nochmals aufzurunden. Folglich bestätige ich meine Kaufempfehlung für die DIC-Aktie. Für die Stücke, die Sie ab heute erwerben, sind Sie allerdings erst im kommenden Jahr dividendenberechtigt.

Nickel-Preis dreht durch – Umicore hat das Material  Anfang März hatte sich der Nickelpreis an der Londoner Metallbörse (LME) zeitweise binnen weniger Tage vervierfacht. In der Spitze kostete eine Tonne über 100.000 USD. Die Preisschwankungen waren so extrem, dass die LME den Handel vorübergehend aussetzte. Der Markt findet auch heute noch nicht wirklich in die Stabilität. So legt die Notierung nach einem scharfen Rücksetzer heute wieder um 20 % zu. Per saldo hat sich der Nickelpreis seit Jahresbeginn fast verdoppelt.

Der Hintergrund: Russland ist der größte Nickelförderer. Ähnlich wie bei Gas und Öl kommen also am Markt Sorgen auf, dass die Versorgung mit dem Industriemetall nicht mehr uneingeschränkt gewährleistet ist. Wie Sie wissen, brauchen wir das Metall in großen Mengen für E-Batterien. Ferner ist der Rohstoff in einer Kombination mit Vanadium (NiV7) wichtig für die Halbleiter-Produktion.

Der belgische Rohstoff-Recycler Umicore bereitet Nickel auf und bietet sämtliche Varianten des Materials – wie etwa Hydroxide, Sulphate, Phosphate, Acetate etc. – an. Deshalb konnte die Aktie zuletzt eine Erholungsrally starten und präsentierte sich dabei deutlich stärker als der Gesamtmarkt.   

Umicore bereitet Batterien am Standort Antwerpen-Hoboken bereits seit 2011 auf. Derzeit kann man rund 35.000 E-Batterien verarbeiten. Im laufenden Jahr wird man ein neues selbst entwickeltes technologisches Verfahren zur Anwendung bringen, mit dem man für die Batteriemetalle Cobalt, Nickel und Kupfer Recycling-Quoten von bis zu 95 % erreichen wird.   

Dem aufmerksamen Leser stellt sich jetzt logisch die Frage: Was ist eigentlich mit Lithium?

Da klemmt es noch, weil die Verfahren noch nicht ausreichend ausgereift sind. Stand heute wird Batterielithium im Wesentlichen weggeschmissen, weil man das Material nicht ohne Weiteres aus der Batterie herausziehen kann. Das muss sich allerdings bis spätestens 2025 ändern. Denn dann wird die EU für Batterielithium eine Recycling-Quote von 25 % vorschreiben. Bis 2030 soll diese Quote auf 70 % steigen. Wenn ein Unternehmen diese Quoten betriebswirtschaftlich vertretbar schafft, dann sicherlich Umicore.

Ich stufe die Aktie nun wieder auf Kaufen herauf. Fassen Sie zum Kurs von 38 Euro oder billiger an der Börse Brüssel oder hierzulande etwa auf Tradegate zu. Das Thema Lithium-Recycling werde ich zeitnah auch in meinem Börsendienst Premium Chancen vertieft behandeln.

Abschließend wünsche ich Ihnen ein angenehmes Wochenende. Am Dienstag, den 29. März „hören“ Sie wieder von mir.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

Alexander von Parseval